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Medizin

Rückenschmerzen sind weltweit Hauptursache für Behinderungen

Donnerstag, 12. April 2018

/glisic_albina, stockadobecom

Melbourne – Rund 540 Millionen Menschen leiden weltweit unter Rückenschmerzen. Die Behandlung sei oft nicht adäquat, berichten Autoren um Rachelle Buchbinder von der Monash University, Australien, in einer Serie zum Thema in der Fachzeitschrift Lancet (2018; doi: 10.1016/S0140-6736(18)30725-6). 

„Die Mehrheit der Fälle von Rückenschmerzen reagiert auf einfache physikalische und psychologische Therapien, die Menschen aktiv halten und ihnen ermöglichen, am Arbeitsplatz zu bleiben“, erklärte Buchbinder. Oft seien es jedoch aggressivere Behandlungen mit zweifelhaftem Nutzen, die gefördert und erstattet würden.

Die Studie Global Burden of Disease aus dem vergangenen Jahr ergab, dass Rückenschmerzen in fast allen Ländern mit hohem Einkommen sowie in Mitteleuropa, Osteuropa, Nordafrika und dem Nahen Osten und Teilen Lateinamerikas die Hauptursache für Behinderungen sind. Jedes Jahr gehen im Vereinigten Königreich eine Million Jahre produktives Leben wegen einer Behinderung durch Rückenschmerzen verloren, in den USA drei Millionen und in Australien 300.000. Die globale Belastung durch Rückenschmerzen ist laut den Autoren der Serie seit 1990 um mehr als 50 % gestiegen und werde in den kommenden Jahrzehnten mit zunehmendem Alter der Bevölkerung noch weiter zunehmen.

In der Reihe werden Belege aus Ländern mit hohem und niedrigem Einkommen untersucht, die darauf hindeuten, dass viele der Betreuungsfehler aus Ländern mit hohem Einkommen sich in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ebenfalls etabliert haben.

Rückenschmerzen führen laut der Lancet-Serie zu 2,6 Millionen Notfallbesuchen in den USA pro Jahr, mit einer hohen Rate an Opioidverschreibungen. Eine Studie aus dem Jahr 2009 ergab laut den Autoren, dass in den USA rund 60 % der Notaufnahmen bei Rückenschmerzen Opioide verschrieben wurden.

Zudem wurde in den USA nur etwa der Hälfte der Menschen mit chronischen Rückenschmerzen Bewegung verschrieben. In Indien deuteten Studien darauf hin, dass Bettruhe häufig empfohlen werde, und eine Studie in Südafrika ergab, dass 90 Prozent der Patienten Schmerzmittel als einzige Behandlungsform erhielten.

„Millionen von Menschen auf der ganzen Welt bekommen die falsche Pflege für Rückenschmerzen. Der Schutz der Öffentlichkeit vor unbewiesenen oder schädlichen Ansätzen bei der Behandlung von Rückenschmerzen erfordert, dass Regierungen und Führungskräfte im Gesundheitswesen festgefahrene und kontraproduktive Erstattungsstrategien, Eigeninteressen und finanzielle und berufliche Anreize in Angriff nehmen, die den Status quo aufrechterhalten“, sagte Jan Hartvigsen, University of Southern Denmark.

Die Gesundheitssysteme sollten nur für hochwertige Pflege bezahlen, die Finanzierung unwirksamer oder schädlicher Tests und Behandlungen einstellen und die Forschung im Bereich der Prävention, besserer Tests und besserer Behandlungen intensivieren, so seine Forderung. © hil/aerzteblatt.de

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