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Europäische Forschungsplattform soll Entwicklung neuer Wirkstoffe voranbringen

Freitag, 13. April 2018

Berlin – Eine Forschungsinfrastruktur für die Entwicklung von neuen Wirkstoffen bauen sieben europäische Länder gemeinsam auf. Die „European Infrastructure of Open Screening Platforms for Chemical Biology“ (EU-Openscreen) ist eine Substanz­bibliothek in Berlin, die die über ganz Europa verteilten Fachkenntnisse und Ressourcen auf dem Gebiet der chemischen Biologie bündeln soll.

„Die Erforschung von natürlichen und synthetischen Wirkstoffen hat ein enormes Potenzial für die gesamten Lebenswissenschaften“, sagte Bun­des­for­schungs­minis­terin Anja Karliczek (CDU). Mit dieser gemeinsamen Infrastruktur bündele man das Wissen innerhalb Europas und gebe der Forschung an neuen Wirkstoffen eine neue Dynamik, um bessere Medikamente oder umweltverträgliche Pflanzen­schutzmittel zu entwickeln.

Die chemische Biologie sucht in den natürlich vorkommenden, biologisch aktiven Substanzen immer nach neuen pharmazeutischen Wirkstoffen. Bekannte Beispiele für etablierte Wirkstoffe sind Morphin oder Digitalis. Forscher sollen über die Substanzbibliothek Zugang zu einer umfangreichen Sammlung von Substanzen und zu einem breiten Methodenspektrum erhalten, die ihnen die Suche nach neuen Wirkstoffen erleichtern.

Geschäftsstelle und Substanzbibliothek von EU-Openscreen werden am Campus Berlin-Buch angesiedelt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung beteiligt sich an dem europäischen Projekt über einen Zeitraum von fünf Jahren mit rund 20 Millionen Euro.

Gründungsmitglieder sind neben Deutschland Finnland, Lettland, Norwegen, Polen, Spanien und Tschechien. In Deutschland beteiligen sich daran das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie in Berlin, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin, das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und das Fraunhofer-Institut für Molekulare Biologie und Angewandte Ökologie in Hamburg. © hil/aerzteblatt.de

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