NewsÄrzteschaftÄrztekammer Thüringen prüft Vorwürfe wegen fragwürdiger Heilmethoden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärztekammer Thüringen prüft Vorwürfe wegen fragwürdiger Heilmethoden

Mittwoch, 11. April 2018

Jena – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen prüft Vorwürfe wegen fragwürdiger Heilmethoden gegen einen Hausarzt aus dem Weimarer Land. Der Mediziner, der eine naturheilkundlich orientierte Praxis betreibt, soll Patienten ein ätzend wirkendes Chlordioxidgemisch zur Behandlung empfohlen und verkauft haben.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung und Verbraucherschützer warnt vor dem Einsatz des Mittels MMS (Miracle Mineral Supplement). Der Arzt werde im Zuge eines berufsrechtlichen Verfahrens zunächst zur Stellungnahme aufgefordert, sagte eine Kammersprecherin heute. Zeitungen der Funke-Mediengruppe hatten darüber berichtet.

TV-Bericht war Auslöser

Auslöser der Prüfung ist eine Sendung des ARD-Politmagazins „Kontraste“ vom 5. April, in der ein Fernsehteam den Arzt unter anderem bei einer verdeckten Recherche in dessen Praxis beobachtet hatte. Dabei empfahl er einer Testpatientin das Mittel zur Autismus-Behandlung bei deren Sohn und verkaufte ihr es.

Anzeige

Parallel zur berufsrechtlichen Prüfung würden Staatsanwaltschaft, Landesverwaltungs­amt als Approbationsbehörde und Kassenärztliche Vereinigung Thüringen informiert, sagte die Kammersprecherin. Die Lan­des­ärz­te­kam­mer ist für die Berufsaufsicht über die in Thüringen tätigen knapp 9.500 Thüringer Ärzte in Praxen und Krankenhäusern zuständig. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #88255
doc.nemo
am Donnerstag, 12. April 2018, 08:29

Geht es endlich voran?

Hoffentlich zieht die Ärztekammer auch die notwendigen Konsequenzen aus ihrer Prüfung. Aber warum erst jetzt? Die Praktiken dieses Mediziners waren schon länger bekannt und hätten auch der Berufsvertretung viel früher zu Ohren kommen können. War es nur der öffentliche Druck der Fernsehsendung, der die Kammer und die Behörden zum Handeln genötigt hat? Es ist leider nicht unwahrscheinlich, dass es sich letztlich doch nur um Alibi-Aktionismus handelt, der sich in Luft auflöst, sobald sich das öffentliche Interesse von selbst gelegt hat.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER