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Politik

Mediziner kritisiert mangelnde Versorgung todkranker Menschen

Donnerstag, 12. April 2018

Potsdam – Der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Heiner Melching, kritisiert eine unzureichende Versorgung todkranker Menschen. Außer in Schleswig-Holstein sei dieser Bereich in keinem Bundesland auskömmlich finanziert, sagte Melching heute im Brandenburger Landtag. Er sprach bei einer Anhörung über die Umsetzung der 2010 verabschiedeten „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“.

Bei Sterbefällen im Krankenhaus müsse es leichter möglich sein als heute, menschenwürdig zu sterben. „Es muss auf allen Abteilungen Menschen geben, die Kenntnisse in Palliativmedizin haben“, forderte der DGP-Geschäftsführer. Wichtig seien auch Verbesserungen in der Pflege.

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„Kein Pflegeheim kann aus den dafür vorgesehenen Mitteln eine vernünftige Palliativversorgung bezahlen“, betonte Melching. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, Peter Noack, erklärte, durch mehr Absprachen und eine Vernetzung könnte auch eine „gut funktionierende Palliativversorgung“ noch verbessert werden.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Ursula Nonnemacher beklagte, dass „Sterben in der technokratischen Logik als Wettbewerbsnachteil angesehen“ werde. So gebe es Pflegeheime, die sterbende Patienten möglichst in Krankenhäuser abschieben wollten, sagte die Abgeordnete wörtlich, die früher als Notärztin arbeitete. © kna/aerzteblatt.de

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