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Medizin

Depressionen: EEG zeigt Wirksamkeit der Therapie an

Montag, 16. April 2018

/dpa

Boston – Kann eine spezielle Analyse des Elektroenzephalogramms (EEG) die Wirksamkeit einer medikamentösen Therapie der Major-Depression voraussagen? Nach einer Studie in JAMA Psychiatry (2018; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2018.0252) hatten Patienten mit einer hohen Theta-Aktivität im rostralen Abschnitt des anterioren Gyrus cinguli (ACC) die besten Aussichten, auf eine Behandlung mit einem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) anzusprechen.

Der vordere rostrale Abschnitt ACC, der zum limbischen System gehört, wird seit Längerem mit der Pathogenese der Major-Depression in Verbindung gebracht. Die genauen Zusammenhänge sind nicht bekannt, frühere Studien haben jedoch gezeigt, dass eine vermehrte Aktivität in dieser Regionen den Patienten helfen könnte, sich von einer Depression zu erholen.

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Ein Team um Diego Pizzagalli vom McLean Hospital in Boston hat hierzu die Ergebnisse der EMBARC-Studie ausgewertet. Die Studie war an vier US-Kliniken mit dem Ziel durchgeführt worden, Prädiktoren für das Ansprechen einer Therapie zu finden. Dazu wurden 296 Patienten auf eine Behandlung mit dem SSRI Sertralin oder mit Placebo randomisiert. Vor Behandlungsbeginn und nach einer Woche wurde bei den Patienten ein EEG durchgeführt. Pizzagalli setzte die Ergebnisse mit dem Ansprechen von Sertralin in Verbindung.

Ergebnis: Patienten, bei denen vor Beginn der Behandlung und nach einer Woche vermehrt Thetawellen aus dem Bereich des rostralen ACC aufgezeichnet wurden, erzielten unter der Therapie mit Sertralin tatsächlich häufiger eine Remission ihrer Depression. Zusammen mit einigen klinischen und demographischen Daten konnte die EEG-Analyse 39,6 % der Unterschiede im Ansprechen auf die Therapie erklären. Der direkte Anteil der EEG-Anlyse war jedoch gering. Die vermehrte Thetawellen-Aktivität erklärte gerade einmal 8,5 % des Therapieerfolgs.

Dennoch könnte für Pizzagalli das EEG ein wichtiger Bestandteil für die Vorhersage eines Therapieerfolgs sein. Der Bedarf an einem solchen Test ist groß, da die Psychiater derzeit erst nach etwa acht Wochen wissen, ob ein Medikament wirkt. Häufig erhalten die Patienten nacheinander mehrere Wirkstoffe, bis ein geeignetes Mittel gefunden wird. Pizzagalli hofft, dass eine EEG-Analyse in Zukunft die Suche verkürzen kann. © rme/aerzteblatt.de

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