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Vermischtes

Infektiologen entwickeln therapeutischen Impfstoff gegen Hepatitis B

Donnerstag, 12. April 2018

/Eisenhans, stock.adobe.com

Braunschweig – Einen neuen therapeutischen Impfstoff gegen eine Hepatitis-B-Infektion haben Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) in Braunschweig entwickelt. Dieser soll nun in die klinische Prüfung gehen. Obwohl es einen wirksamen Impfstoff gegen Hepatitis B gibt, leiden weltweit rund 260 Millionen Menschen unter einer chronischen Hepatitis B, die derzeit nicht heilbar ist. Jedes Jahr sterben etwa 880.000 Menschen an den Folgen der Infektion.

Die verfügbaren antiviralen Wirkstoffe können zwar die Vermehrung der Viren eindämmen, die Krankheit jedoch nicht heilen. Wird die Behandlung abgesetzt, bilden sich erneut Hepatitis-B-Viren. Der Grund ist eine kleine, zirkuläre Form von Virus-DNA, die im Kern infizierter Leberzellen deponiert wird und dem Virus erlaubt zu überleben. Auch bei geringer Viruslast der Patienten birgt die chronische Hepatitis B die Gefahr, an Leberzirrhose oder Leberkrebs zu erkranken.

Forscher sehen Chance auf Heilung

„Wir haben einen therapeutischen Impfstoff entwickelt, der über zwei nacheinander geschaltete Impfungen erstmals eine Chance auf Heilung bieten könnte“, erklärt Ulrike Protzer von der Technischen Universität München (TUM) und dem Helmholtz-Zentrum München. Im DZIF hat die Wissenschaftlerin bereits präklinische Tests mit Erfolg durchgeführt. Nun soll gemeinsam mit Forschern des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig sowie den Universitätsklinika München rechts der Isar und Hamburg-Eppendorf eine erste klinische Studie am Menschen vorbereitet werden.

Für die neue therapeutische Impfung – im Grunde eine Immuntherapie – haben die Forscher zwei unterschiedliche Komponenten miteinander kombiniert: In einem ersten Schritt werden spezifische Hepatitis-B-Proteine als Antigene eingesetzt, um die Bildung von neutralisierenden Antikörpern auszulösen und T-Zellen auf ihren Einsatz vorzubereiten. Anschließend wird die Abwehrreaktion durch den Einsatz eines Pockenvirus-Vektors verstärkt, in den Gensequenzen des Hepatitis-B-Virus eingebaut sind. Dieser virale Vektor soll die Bildung von spezifischen T-Zellen gegen das Virus verstärken.

In präklinischen Modellen war diese „Prime-Boost-Impfung“ laut dem DZIF außerordentlich erfolgreich: „Es wurden sowohl neutralisierende Antikörper gebildet, die die Viruslast und -ausbreitung im Blut verringerten, als auch zytotoxische T-Zellen, die die befallenen Leberzellen töteten“, erklärte Protzer. Der Ansatz sei geeignet, um das Problem der Viruspersistenz zu lösen und damit die Krankheit zu heilen. © hil/aerzteblatt.de

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