Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Neue Klassifizierung für häufiges Non-Hodgkin-Lymphom vorgeschlagen

Montag, 16. April 2018

Maligne B-Zell-Lymphozyten (rasterelektronenmikroskopische Aufnahme, 4.000-fache Vergrößerung) /dpa

Bethesda – Eine neue Einteilung des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL), die jetzt im New England Journal of Medicine (2018; 378: 1396–1407) vorgestellt wurde, soll künftig eine gezieltere Therapie ermöglichen.

Das DLBCL ist das häufigste Non-Hodgkin-Lymphom bei Erwachsenen. Obwohl das Lymphom aggressiv ist und unbehandelt rasch zum Tode führt, sind die Heilungschancen mit dem klassischen CHOP-Protokoll (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison) ergänzt durch Rituximab (R-CHOP) gut: Patienten mit der Variante GCB („Germinal Center B-cell“) überleben zu 75 %. Bei der Variante ABC („Activated B-Cell“) betragen die Heilungschancen etwa 40 %.

In den letzten Jahren wurden eine Reihe von genetischen Unterschieden zwischen den Tumoren entdeckt, die nach Einschätzung des US-National Cancer Institute (NCI) in Bethesda/Maryland eine Neueinteilung sinnvoll erscheinen lassen. Das Team um Louis Staudt schlägt aufgrund einer „Multiplatform“-Analyse, die neben genetischen Eigenschaften auch die Genexpression berücksichtigt, 4 Untergruppen vor.

Vier Subtypen des Non-Hodgkin-Lymphom

Der Subtyp MCD ist definiert durch das gleichzeitige Auftreten von MYD88 L265P- und CD79B-Mutationen. Es handelt sich überwiegend um Lymphome aus der derzeitigen ABC-Gruppe, in der die Heilungschancen noch nicht so gut sind. Der Subtyp MCD spricht jedoch nach einem Rezidiv manchmal auf Ibrutinib an. Zu den MCD-Lymphomen gehören viele primäre Lymphome des zentralen Nervensystems. Häufig liegt eine ausgedehnte extranodale Beteiligung vor.

Beim BN2-Subtyp finden sich häufig BCL6-Fusionen und NOTCH2-Mutationen. Viele Lymphome dieses Subtyps konnte bisher weder ABC noch GCB zugeordnet werden. Die Behandlungschancen sind deutlich besser als beim MCD. Im Rezidiv könnten Ibrutinib und vielleicht noch weitere Inhibitoren der Bruton-Tyrosinkinase wirksam sein.

Namensgebung für den neuen Subtyp N1 sind NOTCH1-Mutationen. N1 gehört überwiegend zur derzeitigen ABC-Gruppe und hat von allen 4 neuen Subtypen die schlechteste Prognose.

Neuer Subtyp names EZB

Die Therapiechancen des neuen Subtyps EZB, benannt nach den EZH2-Mutationen und BCL2-Translokationen, sind dagegen ebenso gut wie beim Subtyp BN2. Die Lymphome des Subtyps EZB lassen sich überwiegend dem GCB-Subtyp zuordnen.

Die neue Klassifikation ist nicht umfassend. Etwa die Hälfte aller DLBCL lassen sich nicht den 4 Subtypen zuordnen. Es gibt deshalb noch 3 weitere Typen, die Staudt „andere ABC“ und „andere GCB“ sowie „andere nichtklassifizierbare“ nennt. Patienten aus der Gruppe „andere GCB“ haben von allen 7 Gruppen die besten Heilungschancen. Nach 10 Jahren leben noch über 60 % der Patienten. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige