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Verbände wünschen sich inklusive Gesellschaft

Freitag, 13. April 2018

/dpa

Bonn – Katholische und evangelische Frauenverbände haben mit Blick auf die „Woche für das Leben“ davor gemahnt, Menschen mit Behinderungen und deren Eltern nicht auszugrenzen. „Wir wünschen uns eine inklusive Gesellschaft, in der jede und jeder willkommen ist, mit all ihren und seinen Merkmalen“, erklärte die Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Mechthild Heil.

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), die Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD) und die kfd warnten in einer gemeinsamen Erklärung vor möglichen Konsequenzen der Pränataldiagnostik (PND). Grundsätzlich wird bei der PND zwischen „nichtinvasiven“ und „invasiven“ Methoden unterschieden. Zu den nichtinvasiven Methoden gehört unter anderem der Praenatest. Mit diesem Bluttest können genetische Defekte ab der 9. Schwanger­schaftswoche bestimmt werden.

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Vertreter von Behindertenverbänden und Kirchen kritisieren, der Test diene allein dazu, behinderte Kinder abzutreiben. Die Frauenverbände sprachen sich dagegen aus, Verfahren nichtinvasiver PND wie den Praenatest zur kassenärztlichen Regelleistung der Schwangerenvorsorge zu erheben. Vielmehr sei es „dringend geboten, Schwangere endlich besser auf ihren Anspruch auf unabhängige ärztliche und psychosoziale Beratung hinzuweisen“, sagte die stellvertretende EFiD-Vorsitzende Angelika Weigt-Blätgen.

Auch das Kolpingwerk Deutschland äußerte sich ablehnend zum Praenatest als Regelleistung. Er diene keinerlei therapeutischen Zwecken, sondern stelle ausschließlich ein Selektionsinstrument zur Feststellung von Trisomie 21 bei Ungeborenen dar, die nicht therapierbar sei. „Eine größere Form der Diskriminierung von Menschen mit Behinderung ist kaum vorstellbar“, so der katholische Sozialverband. Die Gesellschaft dürfe nicht den Blick für die Grenzen zwischen dem technisch Machbaren und dem ethisch Vertretbaren verlieren.

Die „Woche für das Leben“ (14. bis 24. April) ist eine ökumenische Initiative. Mit der Aktionswoche wollen die beiden großen Kirchen unter dem Motto „Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind!“ Eltern dazu ermutigen, ihr Kind ohne Vorbehalte anzunehmen. © kna/aerzteblatt.de

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