Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Verbände wünschen sich inklusive Gesellschaft

Freitag, 13. April 2018

/dpa

Bonn – Katholische und evangelische Frauenverbände haben mit Blick auf die „Woche für das Leben“ davor gemahnt, Menschen mit Behinderungen und deren Eltern nicht auszugrenzen. „Wir wünschen uns eine inklusive Gesellschaft, in der jede und jeder willkommen ist, mit all ihren und seinen Merkmalen“, erklärte die Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Mechthild Heil.

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), die Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD) und die kfd warnten in einer gemeinsamen Erklärung vor möglichen Konsequenzen der Pränataldiagnostik (PND). Grundsätzlich wird bei der PND zwischen „nichtinvasiven“ und „invasiven“ Methoden unterschieden. Zu den nichtinvasiven Methoden gehört unter anderem der Praenatest. Mit diesem Bluttest können genetische Defekte ab der 9. Schwanger­schaftswoche bestimmt werden.

Vertreter von Behindertenverbänden und Kirchen kritisieren, der Test diene allein dazu, behinderte Kinder abzutreiben. Die Frauenverbände sprachen sich dagegen aus, Verfahren nichtinvasiver PND wie den Praenatest zur kassenärztlichen Regelleistung der Schwangerenvorsorge zu erheben. Vielmehr sei es „dringend geboten, Schwangere endlich besser auf ihren Anspruch auf unabhängige ärztliche und psychosoziale Beratung hinzuweisen“, sagte die stellvertretende EFiD-Vorsitzende Angelika Weigt-Blätgen.

Auch das Kolpingwerk Deutschland äußerte sich ablehnend zum Praenatest als Regelleistung. Er diene keinerlei therapeutischen Zwecken, sondern stelle ausschließlich ein Selektionsinstrument zur Feststellung von Trisomie 21 bei Ungeborenen dar, die nicht therapierbar sei. „Eine größere Form der Diskriminierung von Menschen mit Behinderung ist kaum vorstellbar“, so der katholische Sozialverband. Die Gesellschaft dürfe nicht den Blick für die Grenzen zwischen dem technisch Machbaren und dem ethisch Vertretbaren verlieren.

Die „Woche für das Leben“ (14. bis 24. April) ist eine ökumenische Initiative. Mit der Aktionswoche wollen die beiden großen Kirchen unter dem Motto „Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind!“ Eltern dazu ermutigen, ihr Kind ohne Vorbehalte anzunehmen. © kna/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

23. April 2018
Berlin – Sozialverbände aus ganz Deutschland protestieren gegen eine umstrittene Anfrage der AfD zu Schwerbehinderten in Deutschland. „Wir rufen die Bevölkerung auf, wachsam zu sein und sich
Sozialverbände machen Front gegen die AfD
20. April 2018
Hamburg – Die medizinische Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung verbessern wollen die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg), das Sengelmann Institut für Medizin
Beratung und Hausbesuche sollen Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung verbessern
19. April 2018
Brüssel – In Belgien werden künftig Schätzungen zufolge immer weniger Kinder mit Downsyndrom auf die Welt kommen. „In etwa fünf Jahren werden es wahrscheinlich unter zehn Kinder pro Jahr in Flandern
In Belgien werden immer weniger Kinder mit Downsyndrom geboren
18. April 2018
Schwerin – Bei der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes befürchten Sozialverbände, dass Ämter unterschiedliche Maßstäbe anlegen und so Behinderten mit gleichem Hilfebedarf gleiche Leistungen versagt
Sozialverbände fordern einheitliche Unterstützung für Behinderte
12. April 2018
Berlin/Erlangen – Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, hat sich empört über eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion zum Thema „Schwerbehinderte in Deutschland“ gezeigt. „Es ist
Ethikrat-Chef empört über AfD-Anfrage zu Menschen mit Behinderung
5. April 2018
Berlin – Bei der Schlichtungsstelle zur Gleichstellung von Behinderten in Bundesbehörden sind im vergangenen Jahr 146 Beschwerden eingegangen. „Der erste Jahresbericht über die Tätigkeiten der
Zahlreiche Anträge wegen mangelnder Barrierefreiheit in Bundesbehörden
29. März 2018
Düsseldorf – Für Deutschland fehlten bislang belastbare Zahlen zum Vergleich der Neuerblindungen bei Personen mit und ohne Diabetes und deren zeitlichem Verlauf. Forscher vom Deutschen

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige