NewsÄrzteschaftÄrzte können jetzt Unterstützungspflege verordnen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärzte können jetzt Unterstützungspflege verordnen

Freitag, 13. April 2018

/tibanna79, stockadobecom

Berlin – Vertragsärzte können im Rahmen der häuslichen Krankenpflege jetzt auch Unterstützungspflege verordnen. Zudem wurde der Leistungsanspruch für das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen erweitert. Darauf hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hingewiesen.

Durch die Verordnung von Unterstützungspflege können Patienten mit schwerer Krankheit oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit demnach Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung erhalten. Dies ist möglich, wenn keine Pflegebedürftigkeit oder nur Pflegebedürftigkeit mit Pflegegrad 1 vorliegt.

Anzeige

Der gesetzliche Anspruch darauf geht laut KBV auf das Krankenhausstrukturgesetz zurück und besteht bereits seit 2016. Damit Vertragsärzte die Leistung verordnen können, musste jedoch die Richtlinie zur häuslichen Krankenpflege angepasst werden. Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) ist am 5. April in Kraft getreten.

Die KBV weist darauf hin, dass die neue Leistung nicht an Kranken­haus­auf­enthalte, ambulante Operationen oder ambulante Krankenhausbehandlung gebunden ist. Vielmehr könnten Ärzte die Unterstützungspflege auch bei vergleichbaren Fallkonstellationen – zum Beispiel im Rahmen der ambulanten Behandlung – verschreiben.

Voraussetzung sei, dass sich Patienten im Hinblick auf die krankheits- oder behandlungsbedingten Auswirkungen nicht selbst pflegen und versorgen könnten. Dann könne Unterstützungspflege in der Regel für bis zu vier Wochen je Krankheitsfall verordnet werden, hieß es. Der Bedarf an Unterstützungspflege bezieht sich nur auf körperliche Beeinträchtigungen von Patienten. Nach Vorgabe des Gesetzgebers werden kognitive Beeinträchtigungen der Versicherten nicht erfasst.

Zudem hat der G-BA den Leistungsanspruch für das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen erweitert. Dadurch können Ärzte diese Leistung im Rahmen der häuslichen Krankenpflege auch für Kompressionsstrümpfe der Klasse I verordnen. Vorher war eine Verordnung erst möglich, wenn der Patient Kompressionsklasse II benötigte.

Durch diese Änderung der Richtlinie zur häuslichen Krankenpflege sollen Patienten berücksichtigt werden, die zum Beispiel in ihrer Motorik, Geschicklichkeit, Kraft und Beweglichkeit erheblich eingeschränkt sind. © may/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Oktober 2018
Berlin – Ärzte können eine psychiatrische häusliche Krankenpflege künftig auch bei posttraumatischen Belastungsstörungen, schweren psychischen Verhaltensstörungen im Wochenbett und weiteren
Regelindikationen psychiatrischer häuslicher Krankenpflege erweitert
27. Juli 2018
Düsseldorf – Ambulante Pflegedienste in Nordrhein-Westfalen (NRW) müssen nach Angaben ihrer Dachverbände zunehmend Menschen wegschicken. „Sieben von zehn Einrichtungen sind jeden Tag damit befasst,
Pflegedienste in Nordrhein-Westfalen müssen Senioren abweisen
22. Dezember 2017
Berlin – Häusliche Krankenpflegedienste, die Patienten beim Anziehen ärztlich verordneter Kompressionsstrümpfe oder -strumpfhosen helfen, können diese Leistung künftig bereits ab der
Leistungsausweitung bei Kompressionstherapie und Unterstützungspflege
1. Dezember 2017
Berlin – Um die pflegerische Versorgung sterbender Menschen in ihrer häuslichen Umgebung zu verbessern, dürfen Vertragsärzte für Palliativpatienten jetzt Symptomkontrollen verordnen. Darauf hat die
Symptomkontrolle bei Sterbenden ab sofort verordnungsfähig
7. Juni 2017
Düsseldorf – Pflegebedürftige in Deutschland werden zunehmend von Hilfskräften aus Osteuropa versorgt. In schätzungsweise 163.000 Privathaushalten lebt bereits eine osteuropäische Hilfskraft für eine
Pflege durch osteuropäische Hilfskräfte nimmt zu
28. März 2017
Berlin – Die Symptomkontrolle bei Palliativpatienten wird eine neue Leistung, die Vertragsärzte künftig im Rahmen der häuslichen Krankenpflege verordnen können. Darauf hat die Kassenärztliche
G-BA gibt grünes Licht für neue Leistung der häuslichen Krankenpflege
2. Dezember 2016
Mainz – Der Einsatz von spezialisierten Herzinsuffizienz-Pflegekräften lohnt sich für Patienten und Kostenträger. Das ist das Ergebnis einer Befragung von SpectrumK im Auftrag der
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER