NewsHochschulenNeuer Forschungsverbund „Evolutionäre Optimierung neuronaler Systeme“
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Neuer Forschungsverbund „Evolutionäre Optimierung neuronaler Systeme“

Montag, 16. April 2018

Göttingen – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet ein neues Schwerpunktprogramm (SPP) „Evolutionäre Optimierung neuronaler Systeme“ ein. Es ist auf sechs Jahre angelegt und wird Anfang 2019 beginnen. Fred Wolf vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, Leiter des Bernstein Zentrums für Computational Neuroscience (BCCN) Göttingen, ist Koordinator des neuen SPP. Es wurde von Marion Silies, ebenfalls BCCN, federführend mitentwickelt.

Der Forschungsverbund soll die Grundprinzipien der Hirnevolution aufklären und dazu Neurowissenschaft mit Evolutions- und Entwicklungsbiologie zusammenführen. Ziel des SPP ist es zu entschlüsseln, wie sich die Netzwerke und Algorithmen biologischer Nervensysteme im Laufe der Evolution herausgebildet haben. „Wie nah kommen biologische Nervensysteme absoluten Leistungsgrenzen der Informations­verarbeitung?“ und „Welche genetischen Veränderungen liegen der Optimierung ihrer Leistungsfähigkeit zugrunde?“ sind Fragen, welche die Forscher bei ihrer Arbeit untersuchen wollen.

Anzeige

„Es ist wirklich faszinierend und ein wichtiger neuer Ansatz für das Gebiet der Computational Neuroscience, die Funktionsweise biologischer Nervensysteme aus einer konsequent evolutionären Perspektive zu analysieren“, so Wolf. Im Kern gehe es darum, die Evolutionstheorie mit Grundprinzipien der Informationsverarbeitung zu verbinden.

Fortschritte der Neurotechnologie, Entwicklungsbiologie und theoretischen Neurowissenschaft ermöglichen laut den Forschern neue Zugänge zur Funktionsweise und Evolution des Gehirns. Mathematische Theorien und computergestützte Optimierungsverfahren seien mittlerweile in der Lage, für viele biologische neuronale Systeme präzise Vorhersagen über ideale Schaltkreisstrukturen und theoretische Leistungsgrenzen zu ermitteln.

Genomische Daten würden es in den kommenden Jahren erlauben, auch die evolutionäre Verfeinerung der Zelltypen des Nervensystems zu rekonstruieren. „Das neue Schwerpunktprogramm wird diese Fortschritte zusammenführen, um grundlegende Prinzipien der Hirnevolution zu erfassen“, hieß es aus dem Bernstein-Zentrum© hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. Dezember 2018
Tübingen – Die Großhirnrinde wird offenbar schon früher als bislang gedacht bei Lernvorgängen einbezogen. Das berichtet ein Forschungsteam der Universität Tübingen und des Tübinger
Großhirnrinde früher als gedacht an Speicherung von Informationen beteiligt
9. November 2018
Berlin/Paris – Die Mikrogliazellen im Gehirn gelten weithin als Immunzellen des zentralen Nervensystems, die in erster Linie Krankheitserreger aufspüren, insbesondere Bakterien. Doch jüngste
Bedeutung der Mikroglia im Gehirn lange unterschätzt
11. Oktober 2018
Hannover – Einen neuen Mechanismus der Blut-Hirn-Schranke haben Wissenschaftler der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und der Medizinischen Hochschule Hannover beschrieben. Die Forscher
Neuer Mechanismus der Blut-Hirn-Schranke entdeckt
26. September 2018
Bonn – Der Signalstoff CCL17 fördert Entzündungen und steht mit allergischen Erkrankungen im Zusammenhang. Das sogenannte Chemokin lockt Immunzellen dorthin, wo sie gerade gebraucht werden. Ein
Signalstoff für das Immunsystem beeinflusst auch Signalübertragung im Gehirn
25. September 2018
Frankfurt am Main – Blutgefäße im Gehirn dienen nicht nur der Versorgung des Organs mit Sauerstoff und Nährstoffen, sondern übernehmen weitere Aufgaben bei der Entwicklung von neuronalen
Wissenschaftler beschreiben bislang unbekannte Funktion von Blutgefäßen im Gehirn
5. September 2018
Tübingen – Die Bedeutung der Kletterfasersignale im Kleinhirn erklären Wissenschaftler vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und dem Werner-Reichardt-Centrum für Integrative
Wie das Kleinhirn Augenbewegungen steuert
28. August 2018
Boston – Forscher haben bisher nicht bekannte Verbindungen vom Schädelknochen zu den Hirnhäuten entdeckt. Laut ihrem Bericht in Nature Neuroscience (2018; doi: 10.1038/s41593-018-0213-2) nutzen
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER