NewsÄrzteschaftKinder und digitale Medien: Ärzte fordern unabhängige Forschung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Kinder und digitale Medien: Ärzte fordern unabhängige Forschung

Freitag, 13. April 2018

/Wako Megumi, stockadobecom

Weimar – Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte verlangt mehr unabhängige Forschung zu Gesundheitsrisiken durch Computer oder Smartphones für Kinder. „Ginge es nach den Vorstellungen so mancher Unternehmen, können Kinder gar nicht früh genug damit beginnen, spielerisch mit Tablets und Handy umzugehen“, sagte Verbandspräsident Thomas Fischbach heute in Weimar zum Auftakt eines bundesweiten Jugendmedizin-Kongresses. Aus seiner Sicht fördert die Politik die Digitalisierung in Kindergärten und Schulen „kritiklos“.

Dass es zwischen exzessiver Mediennutzung und Entwicklung von Kindern Zusammenhänge gebe, erlebten Kinderärzte täglich in ihren Praxen, sagte Fischbach. Eine Studie des Verbandes hatte unter anderem gezeigt, dass bei 30 Prozent der Vorschulkinder, die länger als eine halbe Stunde pro Tag am Handy oder Computer spielen, Sprachprobleme auftreten. Das sei ein doppelt so hoher Anteil wie bei Kindern mit geringerem Medienkonsum, sagte Studienleiter Uwe Büsching.

Anzeige

Süchtig nach sozialen Medien

Die Studie hatte sich mit der Gesundheit von fast 6.000 Kindern in 80 Kinderarztpraxen in Deutschland beschäftigt. Zudem hatte eine Erhebung der Krankenkasse DAK-Gesundheit ergeben, dass in Deutschland etwa 100.000 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren süchtig nach sozialen Medien sind.

„Wir können aber nicht sagen, ob Eltern ihre Kinder vor den Fernseher oder das Tablet setzen, weil sie zappelig sind – oder ob die Kinder zappelig werden, weil sie zu viel Zeit vor dem Medium verbringen“, so Verbandschef Fischbach.

Viele Eltern glaubten, dass Kinder etwa durch Fernsehkonsum besser sprechen lernen, sage Verbandssprecher Hermann Josef Kahl. Das sei Unsinn. „Kein Kinder lernt vor dem Fernseher die Sprache.“ Der Verband hat in den vergangenen Monaten Empfehlungen für Eltern zum achtsamen Gebrauch digitaler Bildschirmmedien formuliert. An dem Kongress in Weimar nehmen bis Sonntag mehr als 450 Ärzte und teil. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

13. Dezember 2018
Berlin – Eine neue Kampagne soll Eltern und Kinder dazu anhalten, ein besseres Verständnis für die Nutzung von Medien zu entwickeln und ihr Verhalten entsprechend anzupassen. Unter dem Titel „Leben
Drogenbeauftragte und Kinderärzte geben Tipps für Medienkonsum
13. Dezember 2018
Genf – Der Tod von 1,7 Millionen Neugeborenen könnte nach einer UN-Studie jedes Jahr mit richtiger medizinischer Versorgung verhindert werden. Zusätzlich könnten bei Hunderttausenden Babys lebenslange
1,7 Millionen Neugeborene könnten gerettet werden
12. Dezember 2018
Berlin – Kinder aus Haushalten mit niedrigem sozioökonomischen Status (SES) nehmen tendenziell andere Ärzte in Anspruch als Kinder aus wohlhabenden Familien. Auch bei der Zahnpflege und bei den
Arme Kinder werden häufiger stationär versorgt
12. Dezember 2018
Frankfurt am Main – Nach einem erfolgreichen Einsatz von Krankenschwestern an zehn Schulen in Frankfurt und im Raum Offenbach erwägt das Land Hessen eine Ausweitung des Projekts. Der Modellversuch mit
Modellversuch mit Schulgesundheitsfachkräften soll verlängert werden
12. Dezember 2018
Sacramento – Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) treten familiär gehäuft auf. Eine Studie in JAMA Pediatrics (2018; doi:
Jüngere Geschwister erkranken häufiger an ADHS oder Autismus
12. Dezember 2018
Brüssel – Das Europäische Parlament will die Krebsforschung bei Kindern deutlich ausbauen. Ein entsprechender Beschluss wurde heute im Rahmen der Abstimmung über das neue Forschungsprogramm „Horizont
Krebsforschung bei Kindern: EU-Parlament verabschiedet Grundstein für Milliardenförderung
10. Dezember 2018
Portland/Oregon – Eine Behandlung mit Vitamin C kann die Lungenschäden von Säuglingen, zu denen es durch das Tabakrauchen ihrer Mütter während der Schwangerschaft kommt, abschwächen. Dies ergab eine
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER