NewsPolitikCSU-Politikerin für klare Regeln zur Fortpflanzungs­medizin
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

CSU-Politikerin für klare Regeln zur Fortpflanzungs­medizin

Freitag, 13. April 2018

/koya979, stock.adobe.com

München – Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) hat sich für klare gesetzliche Regeln zur Fortpflanzungsmedizin ausgesprochen. Anlässlich des morgigen Starts der „Woche für das Leben“ erinnerte sie daran, dass ungewollte Kinderlosigkeit für viele Paare eine schwere emotionale Belastung sei.

Viele von ihnen wollten deshalb die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin nutzen, um das lang ersehnte Kind zu bekommen. Bisher seien in Deutschland jedoch einige dieser Reproduktionsmethoden wie die Embryonenspende gesetzlich gar nicht geregelt.

Deutschland brauche deshalb endlich ein „umfassendes und modernes Fortpflanzungsmedizingesetz“, forderte die Ministerin. Darin müssten alle Methoden der medizinisch unterstützten Erzeugung menschlichen Lebens und der damit in Zusammenhang stehenden Fragen geregelt werden.

Anzeige

Betroffene Paare und Ärzte bräuchten Rechtssicherheit. Denn häufig bewegten sie sich in einer Grauzone. Klar ist nach den Worten von Huml aber auch, dass der wissenschaftliche Fortschritt zwar eine wichtige Hilfe für Paare sein kann, die Kinder haben möchten. Doch nicht alles, was medizinisch möglich sei, sei auch ethisch vertretbar.

Die Ministerin warnte vor unüberlegten Vorstößen etwa zu Designer­babys. Bayern stelle indes sicher, dass die medizinischen Möglichkeiten etwa der Präimplantationsdiagnostik (PID) verantwortungsbewusst genutzt würden. Die PID dürfe auf keinen Fall als ein Selektionsinstrument wahrgenommen werden.

Oberste Priorität habe vielmehr immer der Schutz des Lebens. Die Bayerische Ethikkommission für PID hat laut Mitteilung 2017 über 155 Anträge entschieden. Das seien rund 21 Prozent mehr gewesen als im Vorjahr. Bei ihrer ersten Sitzung 2018 habe die Kommission 68 Anträge bewertet.

Die PID darf nach dem Embryonenschutzgesetz nur in Ausnahmefällen unter strengen Voraussetzungen vorgenommen werden. Die Erlaubnis haben in Bayern nur vier Zentren, zwei davon in München, weitere Standorte sind Planegg-Martinsried und Regensburg. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

16. Juli 2018
Berlin – Krankenkassen sollen künftig die Kosten für die Konservierung von Ei- und Samenzellen junger Krebskranker mit Kinderwunsch übernehmen. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will dazu
Krankenkassen sollen Konservierung von Ei- und Samenzellen von Krebspatienten bezahlen
13. Juli 2018
Heidelberg – Lange dachte man, dass bei der 1. embryonalen Zellteilung nur eine Spindel für die Auftrennung der Chromosomen in 2 Zellen verantwortlich ist. Tatsächlich sind es aber 2 Spindeln, eine
Embryonalentwicklung: Muss der „Lebensanfang“ neu definiert werden?
5. Juli 2018
Barcelona – Männer, die ihre Spermien für eine Fertilitätsbehandlung mit der Mikroinjektionstechnik ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion) durchführen lassen, haben laut einer Analyse von 3
Intrazytoplasmatische Spermieninjektion als Prädiktor für frühen Prostatakrebs
4. Juli 2018
Barcelona – 40 Jahren sind mehr als acht Millionen Babys nach einer Fruchtbarkeitsbehandlung zur Welt gekommen. Das hat eine Auswertung der Datensammlung ICMART ergeben, die am Dienstag beim
40 Jahre künstliche Befruchtung: Acht Millionen Babys kamen zur Welt
2. Juli 2018
Köln – Künftig können durch Samenspende gezeugte Personen über eine zentrale Stelle erfahren, wer ihr leiblicher Vater ist. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI)
Bundesweites Samenspenderregister gestartet
27. Juni 2018
Berlin – Die Krankenkassen in Deutschland sollten fruchtbarkeitserhaltende Maßnahmen bei jungen Erwachsenen übernehmen, die eine Chemo oder Strahlentherapie erhalten. Darauf drängt die Deutsche
Onkologen drängen auf Kostenübernahme von fruchtbarkeitserhaltenden Maßnahmen
26. Juni 2018
Berlin – Der Staat oder die Krankenkassen sollten in Deutschland einen höheren Anteil an den Kosten für eine künstliche Befruchtung übernehmen. Dafür haben sich gestern mehrere Sachverständige bei

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER