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Medizin

Zikaviren häufig in Spermien, aber selten infektiös

Montag, 16. April 2018

/RTimages, stockadobecom

San Francisco – Bei der Mehrheit aller Männer mit symptomatischer Zikavirus-Infektion sind die Viren nach Abklingen der Erkrankung im Ejakulat nachweisbar. Eine Untersuchung im New England Journal of Medicine (2018; 378: 1377–85) stuft das Übertragungsrisiko jedoch als gering ein.

Nicht nur die klassischen Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe, Syphilis, HIV, Herpes und Chlamydien-Infektionen sind sexuell übertragbar. Eine kürzlich von Mitarbeitern der Centers for Disease Control and Prevention veröffentlichte Studie ergab, dass insgesamt 27 verschiedene Viren in Spermien nachweisbar und damit theoretisch auch sexuell übertragbar sind. Dazu zählt auch das Ebolavirus, was während der letzten großen Ebolaepidemie in Westafrika für Ängste gesorgt hat.

Derzeit gibt es in den USA die Befürchtung, dass auch das Zikavirus, das sich in den letzten Jahren in Lateinamerika ausgebreitet hat, sexuell übertragbar ist, was eine schwer zu kontrollierende Eintrittspforte sein könnte. Die Centers for Disease Control and Prevention haben deshalb die Ejakulate von 184 Männern untersucht, bei denen zuletzt in den USA eine symptomatische Zikavirus-Infektion diagnostiziert worden war.

Wie Paul Mead und CDC-Mitarbeiter aus Atlanta berichten, wurden Virusgene bei 60 Männern (33 %) in der Spermienflüssigkeit und bei 7 Männern (4 %) im Urin nachgewiesen. Von den Männern, die ihre erste Probe innerhalb von 30 Tagen nach dem Ende der Erkrankung abgegeben hatten, lag der Anteil mit Virusgenen im Ejakulat sogar bei 61 %. Mit der Zeit verschwanden die Gene jedoch aus der Samenflüssigkeit. Die längste Dauer eines Virusnachweises im Ejakulat waren 281 Tage nach dem Abklingen der Infektion.

Mead glaubt jedoch nicht, dass die Männer so lange infektiös bleiben. Zum einen nahm die Viruslast im Ejakulat rasch ab. Zum anderen gelang es nur in 3 von 78 Fällen (4 %), die Viren aus dem Ejakulat im Labor zu kultivieren. Es waren die Männer mit der höchsten Viruslast. Alle 3 Spermienproben waren innerhalb von 30 Tagen nach der Infektion entnommen worden.

Auch alle bisher in der Literatur beschriebenen Fälle einer von Männern sexuell übertragenen Zikavirus-Infektion ereigneten sich innerhalb von 41 Tagen nach dem Ausbruch der Krankheit, die meisten traten innerhalb von 20 Tagen auf. Bei den Centers for Disease Control and Prevention wird deshalb nicht befürchtet, dass sich das Zikavirus demnächst in den USA durch sexuelle Übertragung ausbreiten wird. © rme/aerzteblatt.de

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