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Politik

Bundesregierung will Glypho­sat reduzieren

Montag, 16. April 2018

/fotohansel, stock.adobe.com

Berlin – Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich skeptisch über ein Glyphosatverbot geäußert, zugleich einen raschen Vorstoß zur Reduzierung des Unkrautvernichters angekündigt. Sie werde in den nächsten Tagen einen Vorschlag machen, wie die Anwendung eingeschränkt werden könne, erkärte Klöckner heute vor Sitzungen der CDU-Führungsgremien in Berlin. Dieser solle Personengruppen betreffen, aber auch die Oberflächenanwendung. Konkreter äußerte sie sich zunächst nicht. „Ich bin da vertragskonform“, sagte Klöckner mit Blick auf den Koalitionsvertrag.

Die Agrarministerin hatte der Süddeutschen Zeitung vor dem Hintergrund rechtlicher Bedenken der EU-Kommission gegen ein Glyphosatverbot in Österreich gesagt: „Verbote haben nicht immer Bestand.“ Dagegen hatte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) einen schnellen und kompromisslosen Ausstieg bis 2021 gefordert.

Klöckner betonte nun, sie habe sich nicht gegen ein Verbot von Glyphosat ausgesprochen. „Ich habe darauf hingewiesen, dass es eine europarechtliche Frage ist.“ Das von Österreich ausgesprochene Komplettverbot sei europarechtswidrig. „Deshalb halte ich mich an unseren Koalitionsvertrag, wie wir das verabredet haben: sofort jetzt mit einer Reduktionsstrategie bei der Glyphosatanwendung zu beginnen.“

Der Unkrautvernichter Glyphosat war 2017 in der EU nach monatelangem Streit für weitere fünf Jahre zugelassen worden. Gegen das Mittel hatte es vor allem in Deutschland massive Proteste gegeben. Die Internationale Krebsforschungsagentur der Welt­gesund­heits­organi­sation stufte Glyphosat im März 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ für den Menschen ein. Die europäische Lebensmittelbehörde Efsa, die Chemikalienagentur Echa und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung sahen aber keine ausreichenden Belege dafür. © dpa/aerzteblatt.de

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