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Vermischtes

Klinik soll früh von Vorwürfen gegen Todespfleger Niels H. gewusst haben

Montag, 16. April 2018

Außenansicht des Klinikums Oldenburg. Hier und in Delmenhorst soll Niels H. mehr als 100 Patienten ermordet haben. /dpa

Oldenburg – Verantwortliche am Klinikum Oldenburg sollen schon während der Beschäftigung von Todespfleger Niels H. von Unregelmäßigkeiten gewusst haben. Das schreibt der Spiegel. Demnach haben sich Verantwortliche schon 2001 über konkrete Vorwürfe gegen H. ausgetauscht.

„Er habe mit der Geschäftsleitung, dem Personalchef, dem Chefarzt der Station sowie der Pflegedienstleitung darüber beraten, die Staatsanwaltschaft einzuschalten“, zitiert das Nachrichtenmagazin aus Dokumenten des Stationsleiters von Niels H. Die Runde sei zu dem Schluss gekommen, dass Beweise fehlten.

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Strichliste auf Intensivstation

Dass sich damalige Verantwortliche gegen ein Einschalten der Behörden entschieden hatten, bestätigte das Klinikum Oldenburg. Dem Klinikum hätten zur Zeit von H. Hinweise vorgelegen, und es habe auch Personen gegeben, die überzeugt davon waren, dass er Patienten schädige.

In dem Bericht ist die Rede von einer Strichliste, die auf Bitten des Chefarztes auf der kardiologischen Intensivstation geführt worden sei. Demnach wurden während der Schichten des Gros der Mitarbeiter ein bis drei Patienten reanimiert, bei zwei Mitarbeitern waren es neun Wiederbelebungen und bei Högel 18 Reanimationen. Diese Liste hat die Klinik den Behörden nach eigenen Angaben vor zwei Jahren überreicht.

Eine stellvertretende Stationsleiterin, zwei Ärzte und ein Intensivstationsleiter der Klinik in Delmenhorst müssen sich bereits in einem Prozess verantworten. Ihnen wird Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen. Ob sich auch Verantwortliche der Oldenburger Klinik vor Gericht verantworten müssen, ist noch nicht entschieden.

Wegen des Todes von sechs Patienten hatte das Landgericht Oldenburg den Ex-Pfleger zu lebenslanger Haft verurteilt. Er wird sich ab Herbst zudem wegen Mordes an 97 Patienten verantworten müssen. © dpa/aerzteblatt.de

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