NewsÄrzteschaftBundes­ärzte­kammer lehnt Aufhebung der Testverordnung zur eGK ab
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bundes­ärzte­kammer lehnt Aufhebung der Testverordnung zur eGK ab

Montag, 16. April 2018

Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat sich in einer heute veröffentlichten Stellungnahme dagegen ausgesprochen, die Verordnung über Testmaßnahmen für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) aufzuheben. Dies sieht ein Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) vor. Mit der Testverordnung aus dem Jahr 2005 hatte das BMG wegen fehlender Projekt­fortschritte der für die Einführung der eGK verantwortlichen Betriebsgesellschaft gematik detaillierte Vorgaben zu den Erprobungsmaßnahmen der Tests gemacht.

Aus Sicht der BÄK stellt die Verordnung sicher, dass mit der eGK-Einführung eine Reihe grundlegender Zielsetzungen und Anforderungen verfolgt wird. Dazu zählen insbesondere die Erprobung der medizinischen Anwendungen wie Notfalldaten­management, E-Medikationsplan, E-Patientenakte/E-Patientenfach unter der Verantwortung der gematik vor der Einführung in den Wirkbetrieb sowie die Sicherstellung der Akzeptanz und Praxistauglichkeit der Anwendungen bei Versicherten und Leistungserbringern.  Auch die Einrichtung von Beiräten in den Testregionen und die Veröffentlichung der Testergebnisse würden dadurch gewährleistet.

BMG entzieht Grundlage

Mit der Aufhebung der Testverordnung entziehe das BMG die notwendige rechtliche Grundlage zur Umsetzung dieser Zielsetzungen und Anforderungen, sodass deren Sicherstellung damit nicht mehr gewährleistet sei, kritisiert die Bundes­ärzte­kammer.

Anzeige

Sie verweist zudem darauf, dass sie zusammen mit der Bundesvereinigung der Apothekerverbände zuvor bereits gegen den Beschluss der Gesellschafterversammlung der gematik vom 1. September 2017 gestimmt hat, nach dem die Erprobung der Anwendungen der eGK in der Verantwortung der gematik durch Tests in Eigenregie der jeweiligen Hersteller abgelöst wird.

Der ablehnenden Position haben sich ihr zufolge im Nachgang der Ärztliche Beirat zur Begleitung des Aufbaus einer Telematik­infrastruktur für das Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen, der Marburger Bund und die Ärztekammer Nordrhein angeschlossen.

„Anstelle der Erprobung medizinischer Anwendungen in Bezug auf alle Hard- und Softwarekomponenten in Verantwortung der gematik wird nun die Testung der technischen Funktionalität des Konnektors durch jeden Hersteller selbst durchgeführt. Dieses Vorgehen verschenkt Synergieeffekte durch den Verzicht auf ein geplantes und koordiniertes Erprobungsvorgehen und wird damit zu Interoperabilitätsproblemen im Wirkbetrieb führen“, heißt es in der Stellungnahme.

Außerdem sei es weder geeignet, die Einführung der Tele­ma­tik­infra­struk­tur und deren Anwendungen zu beschleunigen, noch könne es dazu beitragen, den Erfolg des Gesamtprojekts zu erreichen. © KBr/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Januar 2019
Berlin – Ermächtigte Ärzte, die mit ihrer Praxis oder Einrichtung bereits an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) angeschlossen sind, bekommen die dadurch entstehenden Kosten vorerst nicht mehr erstattet.
Telematikkosten: Ermächtigte Ärzte haben das Nachsehen
17. Januar 2019
Berlin – 72 Prozent der Dermatologen und Hausärzte in Brandenburg halten telemedizinische Anwendungen in der Dermatologie für geeignet. Das zeigt eine Befragung unter Ärzten, die Teil von zwei
Dermatologen und Hausärzte sehen Vorteile durch Telemedizin
16. Januar 2019
Berlin – Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das heute im Bundestag in einer öffentlichen Anhörung beraten wurde, beinhaltet auch Aspekte der Digitalisierung im Gesundheitswesen und der
Digitalisierung: Nachbesserungen in Stellungnahmen gewünscht
16. Januar 2019
Weimar – Mit dem Einsatz von Robotern bei der Pflege älterer und kranker Menschen beschäftigt sich ab April ein internationales Forscherteam an der Bauhaus-Universität Weimar. Dabei geht es auch um
Wissenschaftler erforschen Robotereinsatz in der Pflege
16. Januar 2019
Hannover – Die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft stellt die Branche vor große Herausforderungen, vor allem im Bereich der Daten- und der IT-Sicherheit. Um innovationsfähig zu bleiben, müssen
Digitalisierung erfordert Investition in digitale Aus- und Weiterbildung
15. Januar 2019
Berlin – Die Digitalisierung bietet nach Meinung der Bundesregierung in der Pflege ein großes Potenzial, insbesondere um Schnittstellenprobleme zu lösen, Effizienzreserven zu heben und
Digitalisierung in Pflegeeinrichtungen kommt voran
15. Januar 2019
Köln – Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und andere Heilmittelerbringer wollen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens nicht außen vor bleiben. Der Spitzenverband der
LNS
NEWSLETTER