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Medizin

Kein höheres Sterberisiko durch Herzerkrankung nach Brustkrebsbehandlung

Dienstag, 17. April 2018

/Sebastian Kaulitzki, stock.adobe.com

Heidelberg - Die Gefahr für Brustkrebspatientinnen, nach einer Strahlen- oder Chemotherapie an einer Herzerkrankung zu sterben, ist nicht größer als bei der Durchschnittsbevölkerung. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. Die Arbeit ist im European Heart Journal erschienen (2018, doi: 10.1093/eurheartj/ehy167). 

Brustkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung weltweit und die häufigste bei Frauen. Eine verbesserte Früherkennung und wirksamere Therapieverfahren haben jedoch das Risiko, an Brustkrebs zu versterben, erheblich gesenkt. „Allerdings deuten einige klinische Studien darauf hin, dass sowohl Chemotherapie als auch Strahlentherapie mit dem Risiko einhergehen, in Folge der Behandlung eine Herzerkrankung zu erleiden“, erläutert Hermann Brenner vom DKFZ.

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Brenners Arbeitsgruppe hat die Daten von annähernd 350.000 Patientinnen aus US-amerikanischen Krebsregistern ausgewertet. Die Frauen waren in den Jahren 2000 bis 2011 an Brustkrebs erkrankt und daraufhin mit einer Strahlen- oder Chemotherapie behandelt worden. Die Wissenschaftler verglichen die Daten der Patientinnen mit Daten zur weiblichen Durchschnittsbevölkerung in den Vereinigten Staaten.

Das Ergebnis: Die Gefahr, langfristig an einer Herzerkrankung zu sterben, ist nach einer Brustkrebsbehandlung nicht größer als bei der durchschnittlichen weiblichen Bevölkerung. Das gilt für Chemotherapien ebenso wie für Bestrahlungen. Auch spezielle Behandlungsmethoden für die Untergruppe der so genannten HER2-positiven Patientinnen sind nicht mit einem höheren Risiko für den Tod durch eine Herzerkrankung verbunden. 

„Wir waren von diesem Ergebnis zunächst selbst überrascht“, sagte Janick Weberpals, Erstautor der Studie. Zum Teil lasse sich der Effekt wahrscheinlich auf ein gutes Risikomanagement in den Kliniken, etwa durch spezielle kardioonkologische Einheiten, zurückführen. 

„Das Ergebnis unserer Studie werten wir als sehr positiv für die Behandlung von Brustkrebs“, fasst Brenner zusammen. Es zeige, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis für die meisten Patientinnen stimme. © hil/aerzteblatt.de

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