Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Reform der Terminservicestellen bis zum Sommer

Montag, 16. April 2018

/.shock, stock.adobe.com

Berlin – Nach der langwierigen Regierungsbildung soll es in der Gesetzgebung nun zügig voran gehen: So werde in der Gesundheitspolitik noch bis zum Sommer ein sogenanntes Vorschaltgesetz verabschiedet, in dem nicht nur die Regelungen zur paritätischen Finanzierung der Beiträge zur gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung enthalten sein werden, sondern auch Veränderungen bei den Terminservicestellen (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen).

Dies kündigte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, vor Journalisten in Berlin an. „Ich gehe davon aus, dass wir die Neuerungen bei den Servicestellen ohne großes Tamtam durchsetzen werden“, so Dittmar. Konkret geplant sei eine einheitliche Telefonnummer für die Servicestellen, die auf Webseiten von KVen, aber auch Krankenkassen prominent beworben werden sollen.

„Sie brauchen oft detektivische Fähigkeiten, die Nummern zu finden“, erklärte die Hausärztin auf Nachfrage. Daher setze sie sich dafür ein, den Service bekannter zu machen. Die aktuellen Vermittlungszahlen entsprächen nach ihrer Wahrnehmung nicht der Realität, „denn kaum jemand kennt die Nummer“.

Es gehe zudem darum, die Präsenz der TSS bundesweit auszuweiten. Diese sollten künftig zwischen 8 Uhr und 18 Uhr erreichbar sein. Sie selbst sei kein Fan von den TSS, erklärte Dittmar. Sie wäre eher für A-, B- oder C-Überweisungen gewesen.

In dem geplanten Vorschaltgesetz, für das erste Entwürfe bereits kommende Woche erwartet werden, sollen auch der Festgeldzuschuss beim Zahnersatz sowie die Senkung der Bemessungsgrundlage für Kran­ken­ver­siche­rungsbeiträge bei Selbstständigen enthalten sein. Zudem soll die Regelung in das Vorhaben aufgenommen werden, dass auf das Einkommen der Kinder von pflegebedürftigen Eltern erst ab einem Einkommen von 100.000 Euro zurückgegriffen werden kann.

Zügig soll auch in die Pflegegesetzgebung eingestiegen werden. Dabei solle eine Vorlage für die ersten 8.000 Pflegestellen bis zum Sommer ins Bundeskabinett, einen ersten Referentenentwurf erwartet sie bis zum Herbst. Wichtig dabei sei vor allem die Veränderung in der Struktur der Finanzierung, ob Pflegekosten künftig im SGB V oder im SGB XI abgebildet werden sollen. Hierzu wollten sich die Koalitionsfraktionen gemeinsam mit dem Ministerium Gedanken machen.

Aus ihrer Sicht eilt das Pflegeberufegesetz. Eine Vorlage dazu wurde bereits vor einigen Wochen verschickt, die entsprechenden Interessensgruppen können bis diesen Donnerstag Stellungnahmen abgeben. An dem Tag soll auch ein erstes Gespräch der Fraktionen dazu stattfinden.

Die frühe Einbeziehung der Parlamentarier in die Gesetzgebung bewertet Dittmar als sehr positiv. „Das zeigt, dass die zwei Ministerien, Familie und Gesundheit, an der Zusammenarbeit mit den Fraktionen interessiert sind und die Verordnung schnell voranbringen wollen“, so Dittmar. Die Verordnung muss ebenfalls bis zum Sommer umgesetzt werden, damit die Ausbildungsstätten ihre Curricula bis 2020 reformieren können. © bee/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

12. April 2018
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat sich für eine zügige Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung ausgesprochen. Er habe den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) zu Reformen
Spahn ermahnt G-BA wegen Bedarfsplanung der Psychotherapie
11. April 2018
Links: Durchschnittliche Wartezeit auf einen ersten Termin in der Richtlinienpsychotherapie. Rechts: Durchschnittliche Wartezeit auf einen ersten Termin in der Sprechstunde. /BPtK Berlin – Die
Pychotherapeuten für grundlegende Reform der Bedarfsplanung
10. April 2018
Hamburg – Gesetzlich Krankenversicherte müssen im Schnitt rund 20 Wochen auf eine Behandlung beim Psychotherapeuten warten. Die Wartezeit ging nach einer Umfrage der Bundes­psycho­therapeuten­kammer seit
Gesetzlich Krankenversicherte warten im Schnitt 20 Wochen auf Psychotherapie
10. April 2018
Berlin – In der Diskussion um die Ausweitung der Sprechstundenzeiten von niedergelassenen Ärzten hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) jetzt Behauptungen des
Zi widerspricht Behauptung zum Arzteinkommen
9. April 2018
Berlin – Sollte die Bundesregierung die Sprechzeiten niedergelassener Ärzte für gesetzlich krankenversicherte Patienten ausdehnen, dann muss dies auch zusätzlich vergütet werden. Das hat der
Kassenärztliche Bundesvereinigung will mehr Geld bei mehr Sprechstunden
4. April 2018
Berlin – Der Verband der Ersatzkassen (vdek) bringt sich in die aktuelle Debatte um die Wartezeiten von gesetzlich und privat Krankenversicherten ein. Die für die Terminservicestellen zuständigen
Ersatzkassen wollen bundesweit einheitliche Rufnummer für Terminservicestellen
3. April 2018
Berlin – Das Problem langer Wartezeiten auf einen Arzttermin soll über höhere Honorare gelöst werden. „Es muss schon einen Anreiz für die Ärzte geben, auch mehr Patienten anzunehmen“, sagte
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige