Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Monopolkommission mahnt Spahn zum Umbau des Gesundheitssystems

Dienstag, 17. April 2018

Berlin – Das deutsche Gesundheitssystem braucht nach Einschätzung des Ökonomen Achim Wambach dringend mehr Wettbewerb. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) habe „eine herausfordernde Aufgabe vor sich“, schreibt er in einem Gastbeitrag für die Welt.

Wambach, der Vorsitzender der Monopolkommission und Präsident des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist, beruft sich dabei auf den Gesundheitsbericht der OECD. So liege Deutschland mit Blick auf die Anzahl der Ärzte sowie Betten oberhalb des Durchschnitts der OECD-Länder, bei der Qualität hapere es aber. Das zeigten etwa die Sterberate nach Herzinfarkten oder geburtstraumatische Verletzungen, bei denen Deutschland überdurchschnittlich schlecht abschneide.

Kritik an PKV und GKV

„Ein wesentlicher Faktor ist der hierzulande unzureichend funktionierende Wettbewerb zwischen den Kran­ken­ver­siche­rungen“, schreibt Wambach. Dadurch, dass ein privat Versicherter in jungen Jahren Prämien anspare und diese später nur teilweise bei einem Versicherungswechsel mitnehmen könne, sei ein Versicherungswechsel im Alter so gut wie ausgeschlossen. „Damit fehlt aber ein wesentlicher Anreiz für die privaten Kran­ken­ver­siche­rungen, sich für den Versicherten einzusetzen.“

Auch im System der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) sieht Wambach Handlungs­bedarf. Zwar könne der Versicherte jedes Jahr den Krankenversicherer wechseln. Allerdings manifestiere sich dieser Wettbewerb primär in einem Prämienwettbewerb und nicht im Wettbewerb um das beste Angebot. Ursache hierfür sei unter anderem, dass auch die Krankenkassen keinen geldwerten Vorteil erhielten, wenn sie ihren Versicherten einen besseren Service anböten.

Wambach räumte ein, das Problem der GKV sei schwer in den Griff zu bekommen, da ein Finanzierungssystem mit einkommensabhängigen Beiträgen einen Risikostruktur­ausgleich zwischen den Krankenkassen zwingend erforderlich mache. Aber es würde schon helfen, wenn diese Problematik den Entscheidungsträgern bewusster wäre und wenn die Instrumente, um dagegen vorzugehen, auch eingesetzt würden. Denkbar wäre nach den Vorstellungen Wambachs etwa, die Zuweisungen an die Kranken­versicherer an deren Erfolge bei der Verbesserung der Gesundheit ihrer Versicherten zu knüpfen. © kna/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

30. April 2018
Berlin – Mangelndes finanzielles Engagement bei der Förderung globaler Gesundheit hat die Fraktion Die Linke der Bundesregierung vorgeworfen. Sie reagierte damit auf die Antwort der Bundesregierung
Globale Gesundheit: Linke kritisiert fehlende Finanzierungszusagen der Bundesregierung
20. April 2018
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht sich in einem Schreiben an die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) für einen „Globalen Aktionsplan für ein gesundes Leben und das Wohlergehen aller
Appell von Deutschland, Norwegen und Ghana zur Weltgesundheit
19. April 2018
Berlin – Eine intensive öffentliche Debatte um das Einwilligungs- oder Widerspruchsverfahren zur Organspende forderte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, heute in der
Bundesärztekammer: Montgomery fordert offene Debatte um Organspende
16. April 2018
Lichtenwalde – Sachsens CDU will Lücken in der medizinischen Versorgung verhindern. Dazu verabschiedete die Union auf einer Klausur in Lichtenwalde ein Positionspapier unter dem Titel „Von der Hebamme
CDU-Sachsen legt Positionspapier zur Gesundheitsversorgung vor
6. April 2018
Berlin/Potsdam – Geflüchtete Menschen müssen unabhängig von ihrem aufenthaltsrechtlichen Status einen Zugang zu einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung erhalten. Das hat die Bundes­ärzte­kammer
Gesundheitsversorgung muss für jeden zugänglich sein
23. März 2018
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat erneut die Bedeutung von Reformen in der ambulanten Versorgung, in der Pflege und in der Finanzierung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV)
Ärzte sollen „zumindest nicht bestraft werden“, wenn sie sich um Patienten kümmern
23. März 2018
Mainz – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) hat den Koalitionsvertrag der neuen Großen Koalition kritisiert. Er biete in weiten Teilen für komplexe

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige