NewsPolitikSpahn will Reformpläne für Digitalisierung nach dem Sommer vorlegen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Spahn will Reformpläne für Digitalisierung nach dem Sommer vorlegen

Dienstag, 17. April 2018

Jens Spahn /dpa

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat eine neue Initiative in der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens in der Zeit nach der parlamen­tarischen Sommerpause angekündigt. Zur Eröffnung der Digital- und Branchenmesse conhIT in Berlin erklärte der Minister, in seinem Haus werde bis zum Sommer eine „intensive Bestandsaufnahme“ des aktuellen Marktes sowie der bisherigen Digitalisierung des Gesundheitswesens stattfinden.

Dafür hat Spahn sein neues Ministerium auch breiter aufgestellt: Künftig wird eine neue Abteilung „Digitalisierung und Innovation“ dieses Thema bearbeiten. Die Leitung übernimmt Gottfried Ludewig, ein früherer CDU-Abgeordnete des Berliner Abgeordnetenhauses. Unter Minister-Vorgänger Hermann Gröhe (CDU) war die Digitalisierung in der Abteilung „Grundsatzfragen“ angesiedelt.

Anzeige

Noch könne er nichts Konkretes zu den künftigen Gesetzesplänen sagen, erklärte Spahn. Er nannte aber drei Punkte, die ihm bei der Digitalisierung des Gesundheits­wesens am Herzen liegen. Dazu zählt die Versorgung in ländlichen Gebieten, eine Reform des Medikationsplans sowie eine sichere und vertrauenswürdige IT-Infrastruktur.

Er bewertete auch positiv, dass immer mehr Ärzte sich gegen das Fernbehandlungs­verbot aussprechen. Dies wird auch Thema auf dem diesjährigen Ärztetag in Erfurt sein. „Und ich freue mich, vor den Ärzten dort zu sprechen“, so Spahn.

Er betonte, dass die elektronische Patientenakte der Schlüssel zur Digitalisierung sein werde. „Und ich bin der Überzeugung, dass diese auch von allen akzeptiert wird, sobald sie das Leben erleichtert“, so Spahn. Denn Digitalisierung sei mehr als das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM). Er appellierte aber auch daran, dass bei allen Entwicklungen die Schnittstellen immer offen sein müssten.  

Als zweite wichtige Entwicklung in der Digitalisierung sieht er die Forschung und die künstliche Intelligenz an. Dabei müsse auch darüber gesprochen werden, welche der gesammelten Daten künftig für die Versorgungsforschung zur Verfügung stehen. Als drittes Projekt solle darüber nachgedacht werden, wie die Produkte des sogenannten zweiten Gesundheitsmarkts – also Apps oder andere Medizinprodukte – es schneller in den deutschen Gesundheitsmarkt schaffen.

Er hoffe, so Spahn am Ende, dass sich bis zur nächsten conhIT-Messe im kommenden Jahr bereits einiges verändert habe. „Es gibt viel zu tun, viel zu entdecken, viel gegenüber anderen Nationen aufzuholen, aber auch Verbesserungen zu heben, gerade im Gesundheitswesen“, so Spahn. © bee/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. März 2019
Hamburg – Gesundheits-Apps werden laut einer Umfrage immer beliebter. Zwölf Prozent der Erwachsenen nutzen inzwischen solche digitalen Anwendungen, wie die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Hamburg
Immer mehr Allergiker nutzen Gesundheits-Apps
15. März 2019
Schwerin – Die Landesregierung in Schwerin dringt auf eine rasche Anpassung der Berufsordnung für die in Mecklenburg-Vorpommern tätigen Ärzte, um die Möglichkeiten der Telemedizin besser nutzen zu
Mecklenburg-Vorpommern dringt auf breitere Anwendung der Telemedizin
15. März 2019
Berlin – Arzt- und Psychotherapeutenpraxen müssen bis zum 31. März dieses Jahres die Technik für den Anschluss an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) bestellt haben und dies ihrer Kassenärztlichen
Ärzte sollten Zugang zur Tele­ma­tik­infra­struk­tur bestellen
14. März 2019
Berlin – Schnellere Arzttermine für gesetzlich Krankenversicherte, zusätzliche Leistungen sowie mehr Tempo bei der Einführung der elektronischen Patientenakte: So beschrieb Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter
Bundestag verabschiedet Terminservice- und Versorgungsgesetz
14. März 2019
Berlin – Das Terminservice- und Versorgungsgesetz war im Bundestag kaum verabschiedet, da hagelte es bereits Kritik von Akteuren aus dem Gesundheitswesen. Ärzte, Krankenkassen und Verbände sind in
Terminservice- und Versorgungsgesetz ruft deutliche Kritik hervor
14. März 2019
Koblenz – Rund 700.000 Versicherte aus den Regionen Bielefeld, Bochum, Ahaus und Münster können ab dem dritten Quartal Informationen über eingenommene Medikamente und Notfalldaten auf ihrer
Feldtest zu Medikamenten- und Notfalldaten startet
14. März 2019
Berlin – Die Agentur deutscher Arztnetze in Deutschland unterstützt die geplante Einführung einer umfassenden elektronischen Patientenakte (ePA). Sie plädiert jedoch zugleich dafür, zusätzlich dazu
VG WortLNS
NEWSLETTER