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In Belgien werden immer weniger Kinder mit Downsyndrom geboren

Donnerstag, 19. April 2018

Brüssel – In Belgien werden künftig Schätzungen zufolge immer weniger Kinder mit Downsyndrom auf die Welt kommen. „In etwa fünf Jahren werden es wahrscheinlich unter zehn Kinder pro Jahr in Flandern sein“, sagte der belgische Gynäkologe, Hendrik Cammu, der Zeit-Beilage Christ und Welt. Cammu ist Sprecher des belgischen Studien­zentrums für Perinatale Epidemiologie (SPE) in Brüssel, das sich mit Themen rund um Schwangerschaft und Geburt befasst.

Auf null werde die Zahl der geborenen Kinder mit Downsyndrom Cammu zufolge nie sinken. „Es wird immer Frauen geben, für die ein Abbruch der Schwangerschaft nicht infrage kommt, zum Beispiel aus religiösen Gründen“, so der Gynäkologe.

Seit dem 1. Juli 2017 wird der NIPD-Bluttest, um das Downsyndrom bei Ungeborenen festzustellen, vom belgischen Ge­sund­heits­mi­nis­terium bezuschusst. Anstatt mehrerer hundert Euro kostet er nun 8,68 Euro. Im Labor der Katholischen Universität Leuven werden laut dem Humangenetiker Joris Vermeesch seitdem dreimal mehr NIPD-Bluttests pro Woche analysiert als zuvor.

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Der EU-Abgeordnete und Mediziner Peter Liese (CDU) befürchtet ein Verschwinden von Menschen mit Behinderungen. „Ich habe die große Sorge, dass Kinder mit Down­syndrom durch den Test keine Chance mehr haben, auf die Welt zu kommen“, sagte er Christ und Welt. Für viele Menschen sei Trisomie 21 nur ein „Defekt“. Über die große Lebensfreude, die diese Kinder ausstrahlten, würde vor dem Test mit den werdenden Eltern nicht gesprochen, so Liese.

Seiner Meinung nach sollten Schwangere, deren NIPD positiv ausfällt, auch die Möglichkeit haben, Menschen mit Trisomie 21 zu begegnen. „Das aber wird immer schwieriger, wenn es immer weniger gibt“, so der Abgeordnete. Er warnt vor einem Automatismus, mit dem betroffene Ungeborene abgetrieben werden könnten. © kna/aerzteblatt.de

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