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Vermischtes

Mehr als vier Millionen Ausfalltage wegen Rückenschmerzen in Baden-Württemberg

Freitag, 20. April 2018

Stuttgart – Trotz Prävention und Gesundheitskursen leiden nach Angaben der DAK immer mehr Arbeitnehmer unter Rückenschmerzen. Nach einer Analyse für den Gesundheitsreport 2018 sind 4,2 Millionen Beschäftigte in Baden-Württemberg betroffen, wie die DAK-Experten gestern in Stuttgart mitteilten. Fast drei Viertel der Beschäftigten hatten im vergangenen Jahr mindestens einmal Rückenschmerzen, jeder Elfte leidet an chronischen Schmerzen der Wirbelsäule.

Immer häufiger gehen die Menschen damit ins Krankenhaus. Die Zahl der stationären Behandlungen stieg in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent. Die Auswirkungen sind immens: Die DAK errechnete für das ganze Land mehr als vier Millionen Ausfalltage wegen Rückenschmerzen.

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Die große Mehrheit meldet sich mit Rückenschmerzen aber nicht krank: 86 Prozent gehen laut Studie mit Schmerzen zur Arbeit. Nur etwa jeder vierte Betroffene war nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen der Rückenbeschwerden beim Arzt. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #746645
Online Rückentrainer
am Samstag, 21. April 2018, 10:48

Das muss sich ändern

Studien haben aufgezeigt das gezieltes Training und Übungsprogramme am Arbeitsplatz die Wirkungsvollste Maßnahme ist, um Rückenschmerzen vorzubeugen, bzw. zu lindern. Diese Programme müssen zentraler Bestandteil der Unternehmens- und Gesundheitskultur in Deutschland werden. das bedeutet das Problem ist nur gesamtgesellschaftlich zu lösen.

Ein Vorschlag dazu von mir wäre:

Ärzte sollen laut Präventionsgesetz als Lotse auftreten und Ihren Patienten Präventionskurse empfehlen. Für diese Empfehlung müssen die Ärzte eine erheblich höhere Vergütung erhalten wie bisher.

Im folgenden gebe ich einen kleinen Auszug über den derzeitigen Stand

aus IGA-Report 13
Wirksamkeit und Nutzen betrieblicher Gesundheitsförderung und Prävention

Wirksamkeit arbeitsweltbezogener Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen

S. 45
Körperliche Bewegungs-/Übungsprogramme
Linton und van Tulder identifizierten hierzu sechs RCTs. In vier der Studien ließ sich im Vergleich zu Kontrollgruppen ohne Intervention eine signifikante Reduktion von Fehlzeiten und bezüglich des Auftretens von Rückenschmerzen feststellen. Die Wirksamkeit von Bewegungsprogrammen sehen die Autoren daher als bewiesen an („strong evidence“). …

… Resümierend haben sich von den Interventionen, die im Rahmen der Prävention arbeitsbedingter Rücken- und Nackenschmerzen eingesetzt werden, lediglich die körperlichen Übungs- bzw. Bewegungsprogramme als wirksam erwiesen.

S. 47
Multidisziplinäre Programme
Den Aussagen zur Wirksamkeit von MehrkomponentenProgrammen von Lühmann et al. liegen Daten aus einem systematischen Review sowie drei Kontrollstudien zugrunde. Demnach können Programme, die Training, Information und verhaltenstherapeutische Strategien zum Umgang mit Rückenschmerzen miteinander kombinieren, in Hochrisikogruppen wirksam sein. Als effektiv erwiesen sich ebenfalls Rückenschulprogramme in Verbindung mit intensiven Übungsprogrammen. Die Autoren vermuten aufgrund der berichteten Ergebnisse zu den Trainingsprogrammen allerdings, dass dieser Effekt auf die Übungskomponente zurückzuführen ist.

S. 50
Nach Ansicht von Tveito et al. eignen sich nur körperliche Übungsprogramme sowie multimodale Programme für die Prävention unspezifischer Schmerzen im Bereich des unteren Rückens. Für edukative Maßnahmen und lumbale Stützgürtel ist dagegen kein Effekt dokumentiert.

S. 53
Körperliche Bewegungs-/Übungsprogramme Für Programme zur Steigerung der physischen Belastbarkeit, Verbesserung der Beweglichkeit und Erhöhung der Fitness von Beschäftigten liegen von allen in den gesichteten Arbeiten evaluierten Interventionsformen die deutlichsten Wirksamkeitsnachweise vor. Wie aus den Reviews hervorgeht, lassen sich mit Hilfe von Bewegung sowohl Fehlzeiten infolge von MuskelSkelett-Erkrankungen reduzieren als auch deren Inzidenz und Prävalenz senken. …

S. 55
Empfehlungen für die Praxis
…Den größten präventiven Nutzen versprechen körperliche Übungs- und Bewegungsprogramme, mit deren Hilfe Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und Fehlzeiten vom Arbeitsplatz reduziert werden können. Dabei scheint insbesondere die kontinuierliche und regelmäßige Weiterführung des Programms über einen längeren Zeitraum von Bedeutung zu sein. …

S. 64
Muskel-Skelett-Erkrankungen
Von den zahlreichen verhaltenspräventiven Ansätzen im Bereich der Prävention muskuloskelettaler Erkrankungen überzeugen aus evidenzbasierter Sicht lediglich körperliche Übungsprogramme, mit deren Hilfe Fehlzeiten infolge von Muskel-Skelett-Erkrankungen reduziert sowie die Erkrankungshäufigkeit gesenkt werden können. …

Fazit: Gezieltes Training ist nicht alles in der Gesundheitsförderung, aber alles ist nichts ohne gezieltes Training!

Mittlerweile bezuschussen Krankenkassen qualitätsgesicherte Onlinekurse nach § 20 SGB V.

Gesunde Grüße
Hartmut Knorr
Zertifizierter Online Rückentrainer der gesetzlichen Krankenkassen
Avatar #737261
NicoleW
am Freitag, 20. April 2018, 15:32

Richtig liegen ist wichtig bei Rückenschmerzen

Ich habe meine Rückenprobleme mit einem Mix aus Übungen/ Bewegung und der richtigen Matratze in den Griff bekommen - besser gesagt mit einem Luft-Schlafsystem (hatte ich von der Website des Deutschen Skoliose Netzwerkes erfahren), das konnte sozusagen im Schlaf meinen Rücken wieder herstellen, ganz ohne Ärzte, teure Physios oder gar Medikamente. Also mein Tipp: tags aktiv bewegen, nachts regenerieren mit gutem Bett. Investition in die Gesundheit lohnt sich an dieser Stelle.
Gute Besserung allerseits, LG
LNS

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