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Ärzteschaft

Ärztekammer Schleswig-Holstein hebt Fernbehandlungs­verbot auf

Donnerstag, 19. April 2018

/PR Image Factory, stock.adobe.com

Bad Segeberg – Ärzte in Schleswig-Holstein sollen Patienten auch ohne vorherigen persönlichen Kontakt telefonisch oder per Internet beraten dürfen. Voraussetzung: Es muss medizinisch vertretbar sein. Die Lan­des­ärz­te­kam­mer hat ihre Berufsordnung als erste in Deutschland heute entsprechend geändert. Die Neuerungen sollen im Sommer in Kraft treten.

Ziel der Kammer ist Rechtssicherheit für Ärzte, die Patienten bei leichten gesundheitlichen Beeinträchtigungen am Telefon beraten. So kann beispielsweise ein Hausarzt einer Patientin im Alten- und Pflegeheim den Weg zur Praxis ersparen. Zudem soll die Regelung eine zeitgemäße Patientensteuerung im Rahmen der Not- und Bereitschaftsdienste ermöglichen.

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Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium in Kiel muss die Änderung noch genehmigen. Ressortchef Heiner Garg (FDP) begrüßte den Beschluss zur Aufhebung des Fernbehandlungsverbotes. Die Nutzung digitaler Möglichkeiten biete die große Chance, Ärzte und Patienten zu entlasten, sagte Garg. „Telemedizin kann dabei eine Brücke zwischen ambulantem und stationärem Sektor sowie zwischen ländlichem Raum und Spezialisten in Ballungsgebieten schlagen.“ Gerade in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein könne dies einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Versorgung leisten.

Der Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer, Franz Bartmann, appellierte zudem an den im Mai in Erfurt tagenden Deutschen Ärztetag, auch auf Bundesebene eine entsprechende Änderung vorzunehmen. Er betonte, telefonische Diagnosen würden nicht zum Regelfall.

Auch der Marburger Bund begrüßte die Änderung, die er gefordert habe. „So könnten die Patientenversorgung besser organisiert und Ärzte entlastet werden“, sagte der Landesvorsitzende Henrik Herrmann. „In Schleswig-Holstein ist künftig möglich, was außerhalb Deutschlands längst tägliche Routine ist: Arzt und Patient können sich am Telefon oder via Mobil-App begegnen.“ Der Arzt dürfe dann auch auf dieser Grundlage eine Diagnose stellen und die Therapie einleiten.

Die Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), Monika Schliffke, sprach ebenfalls von einem wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer besseren Patientensteuerung. „Die KVSH kann nun ihre Pläne realisieren, Patienten auch tagsüber telefonisch zu beraten und in die richtige medizinische Versorgungsebene zu lenken.“ © dpa/neb/aerzteblatt.de

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