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Sportmediziner raten von Low-Carb-Diät ab

Freitag, 20. April 2018

/cherryandbees, stockadobecom

Hamburg – Auf die Bedeutung von Kohlenhydraten für die Gesundheit und Leistung von Sportlern weist die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin hin. Freizeitsportlern werde häufig suggeriert, bestimmte Lebensmittel zu meiden und sich möglichst kohlenhydratarm zu ernähren.

„Low Carb“, so das Versprechen, lasse das Körperfett schmelzen und die Leistung besser werden. „Wir können als Ernährungswissenschaftler davon nur abraten. Kohlenhydratreiche Lebensmittel sind für Gesundheit und Leistungsfähigkeit notwendig“, betonte die Ernährungswissenschaftlerin Anja Carlsohn von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd im Vorfeld des Deutschen Olympischen Sportärztekongresses in Hamburg. 

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Laut Carlsohn sollten Freizeitsportler in ihren Trainingsphasen einen Unterschied zwischen den Kohlenhydrate-Trägern machen. Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen und auch Kohlsorten seien wertvolle Lebensmittel, aber kurz vor einer Trainingseinheit wenig bekömmlich.

Lebensmittel, die reich an komplexen Kohlenhydraten seien wie Müsli, Brot, Reis, Pasta oder Kartoffeln sollten in der Basisernährung von Sportlern einen großen Stellenwert einnehmen, sie würden langsamer abgebaut und erzeugten später einen weniger großen Hunger. Hochglykämische Kohlenhydrate, etwa in Form von Getränken, könnten wiederum während einer längeren Belastung zugeführt werden, wenn richtige Lebensmittel nicht verzehrt werden könnten.

„Im Leistungssport stellt sich dagegen am ehesten die Frage: Wie kann ich meinen Speiseplan so erstellen, dass er mein Training optimal unterstützt?“, so Carlsohn. Die Ernährung werde dann sportartspezifisch an den Trainingszyklus und an die Präferenzen des Sportlers angepasst. Je nach Ausdauer-, Schnelligkeits- und Krafttraining benötigten die Athleten unterschiedliche Mengen an Energie, Eiweiß und Kohlenhydraten in ihren Mahlzeiten.

Dazu komme der unterschiedliche Verbrauch: „Eine zarte Turnerin hat einen anderen Bedarf als ein Triathlet, der im Training sehr viel Energie umsetzt“, so Carlsohn. Ihr Fazit: Sportler sollten sich nicht von aktuellen Trends leiten lassen, sondern kohlenhydratreiche Lebensmittel sinnvoll in ihren Speiseplan integrieren.

Der Deutsche Olympische Sportärztekongress wird veranstaltet von der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin und von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention. © hil/aerzteblatt.de

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