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Niedersachsen: Kammer macht sich für mehr Vollstudienplätze der Medizin stark

Freitag, 20. April 2018

/dpa

Hannover – Die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) hat die Regierung des Landes Niedersachsen dazu aufgefordert, Teilstudienplätze der Medizin in Vollstudienplätze umzuwandeln. Auf der Kammerversammlung der ÄKN verabschiedeten die Delegierten eine entsprechende Resolution.

„Die Umwandlung von Teil- in Vollstudienplätze ist ein erster wichtiger Schritt, um dem Ärztemangel in Niedersachsen zu begegnen“, sagte ÄKN-Präsidentin Martina Wenker. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die Kooperation der Universität Göttingen mit dem Klinikum Braunschweig: Studierende, die in Göttingen bisher nur einen Teilstudienplatz bekommen haben, können zukünftig den klinischen Teil ihrer Ausbildung am Klinikum Braunschweig absolvieren. So könnten etwa 100 Vollstudien­plätze entstehen, erklärte die Präsidentin.

„Um den medizinischen Nachwuchs auch in Niedersachsen zu halten, ist es enorm wichtig, den jungen Menschen Planungssicherheit während ihres Studiums zu bieten", machte ÄKN-Vizepräsidentin Marion Charlotte Renneberg deutlich. Trotzdem könne die Umwandlung von Teil- in Vollstudienplätze nur der Anfang sein. „Das Land muss nun dringend die Voraussetzungen dafür schaffen, um die Studienplätze für Human­medizin in Niedersachsen deutlich zu erhöhen", so Renneberg.

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Der Landesverband Niedersachen des Hartmannbundes hat sich heute hinter den Beschluss der niedersächsischen Kammerversammlung gestellt. „Das ist ein klares positives Signal der Kammer an den ärztlichen Nachwuchs, dass sie die Interessen der nachfolgenden Ärztegeneration im Blick hat, sie mit ihren Sorgen nicht allein lässt und sich kollegial und geschlossen hinter deren Forderungen stellt“, sagte die Landesverbandsvorsitzende Anke Lesinski-Schiedat.

Das Ende von Teilstudienplätzen sei dringend geboten, denn das gäbe den Studierenden nicht nur Planungssicherheit, sondern erhöhe auch die Chancen, dass sich mehr junge Ärzte für eine kurative Tätigkeit in Niedersachsen entscheiden. Die Politik, so Lesinski-Schiedat, müsse daher jetzt auch Taten folgen lassen. Allerdings sei bislang noch keine Strategie erkennbar: „Wir unterstützen das im Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU vereinbarte Vorhaben, bis zu 200 zusätzliche Medizinstudienplätze zu schaffen, ausdrücklich.“

Die Umsetzung erfordere aber neben einer entsprechenden räumlichen Ausstattung auch Ärzte, die die universitäre Ausbildung anbieten. Die Gesundheitspolitik in Niedersachsen stehe somit nicht nur vor der Herausforderung, die ärztliche Versorgung auf dem Land zu gewährleisten, sondern auch mehr ärztliches Personal für die Universitäten zu gewinnen.

„Welche Konzepte hat die Politik, diese Ressourcen an notwendigem Personal und Infrastruktur zu stemmen?“, fragte Lesinski-Schiedat. Sie hofft nun auf einen engen Dialog zwischen den politischen Entscheidern und dem Hartmannbund. „Masse vor Klasse wäre sicher das falsche Rezept“, so die Verbandschefin. © hil/sb/aerzteblatt.de

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