NewsÄrzteschaftOrganmangel: Neuer Tiefststand bei Herztrans­plantationen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Organmangel: Neuer Tiefststand bei Herztrans­plantationen

Freitag, 20. April 2018

/dpa

Berlin – Die Zahl der Herztransplantationen in Deutschland ist nach Angaben von Medizinern wegen des Mangels an Spenderorganen auf ein neues Rekordtief gesunken. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) forderte deshalb heute in Berlin eine grundlegende Reform des Transplantationssystems und die Einführung einer Widerspruchslösung. Das bedeutet, dass Organentnahmen immer möglich sind, solange Unfallopfer oder Angehörige dies nicht ausdrücklich untersagen. In Deutschland dagegen muss derzeit eine Zustimmung eingeholt werden.

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland laut DGCH 253 Herztransplantationen durchgeführt worden – das sind dreißig weniger als 2015, dem bisherigen Negativrekord. Der zunehmende Mangel an Spenderorganen zwinge die Herzchirurgen immer häufiger, auf eine zweitbeste Lösung auszuweichen, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG), Wolfgang Harringer.

Anzeige

Diese besteht im Einsatz eines Herzunterstützungssystems, das 1.027 Patienten erhielten: Eine kleine, von außen mit Strom versorgte Pumpe leitet das Blut aus der Herzkammer in die Hauptschlagader und entlastet damit den zu schwachen Herzmuskel.

„Herzunterstützungssysteme wurden entwickelt, um die Wartezeit zur Transplantation zu überbrücken“, sagte Harringer. Sie seien kein gleichwertiger Ersatz für eine Organverpflanzung. Die Überlebenschancen seien deutlich geringer als nach einer Herzverpflanzung. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Januar 2019
Berlin – Auf eine zügige Umsetzung des neuen Transplantationsgesetzes, mit dem die Strukturen in der Organspende verbessert werden sollen, hofft Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU). Bei der
Viel Zuspruch im Bundestag für neues Transplantationsgesetz
16. Januar 2019
Berlin – In der Organspende können widersprüchliche Dokumente, etwa eine Zustimmung im Organspendeausweis bei gleichzeitiger Ablehnung lebensverlängernder Maßnahmen in der Patientenverfügung, das Aus
Krankenhäuser sehen Problem für Organspende in widersprüchlichen Dokumenten
15. Januar 2019
Düsseldorf – Für seit Jahren niedrige Zahlen an Organspenden hat der nordrhein-westfälische Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) vor allem eine mangelhafte Aufklärung der Bevölkerung
Laumann beklagt Überforderung von Angehörigen bei Organspende
11. Januar 2019
Frankfurt am Main – Die Zahl der Organspender in Deutschland ist erstmals seit 2010 wieder merklich gestiegen. Bundesweit haben 955 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe gespendet, teilte die Deutsche
Zahl der Organspender angestiegen
11. Januar 2019
Mainz – Die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz müssen das Landesausführungsgesetz zum Transplantationsgesetz, das unter anderem die Rolle der Transplantationsbeauftragten stärken soll, zügig umsetzen.
Transplantationsbeauftragte: Landesärztekammer Rheinland-Pfalz ruft zu Paradigmenwechsel auf
3. Januar 2019
München – Die Zahl der Organspender in Bayern ist im vergangenen Jahr auf 128 gesunken. Das waren 15 postmortale Spender weniger als im Jahr 2017, wie das bayerische Ge­sund­heits­mi­nis­terium heute mit
Weniger Organspender in Bayern
27. Dezember 2018
Berlin – In der Debatte über eine Reform der Regelungen für die Zustimmung zur Organspende zeichnet sich bislang kein Kompromiss ab. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach lehnte den Vorschlag
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER