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Ärztekammer Sachsen-Anhalt warnt Ärzte vor Branchenbuch-Abzocke

Freitag, 20. April 2018

/Gajus, stockadobecom

Magdeburg – Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt (ÄKSA) warnt Ärzte vor dubiosen Branchenbuchverlagen, die versuchen mit Formularfallen Geld zu machen. Ärzte und deren Mitarbeiter sollten Formulare von Branchenbuchunternehmen nicht leichtfertig ausfüllen, rät die ÄKSA. Hintergrund sind Trickformulare, die in den vergangenen Wochen schubartig auch an niedergelassene Ärzte in Sachsen-Anhalt geschickt wurden.

„Die Betreiber lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen. Sie bauen bewusst falsche Adressdaten, eine falsche Faxnummer oder falsche Öffnungszeiten in die Formulare ein, um die Ärzte zu einer Reaktion zu bewegen“, sagte ÄKSA-Sprecher Tobias Brehme auf Anfrage des Deutschen Ärzteblattes. Es seien gefühlt bis zu fünf größere Abzocker-Unternehmen, die ihr Unwesen in Sachsen-Anhalt trieben, so Brehme weiter. 

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Vorsicht vor schwarzen Schafen

Die Ärztekammer empfiehlt Ärzten und deren Mitarbeitern, scheinbare Trickformulare dem Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität zu melden, um möglicherweise Unterlassungserklärungen gegen solche schwarzen Schafe einzuleiten. Der Schutzverband bietet auf seiner Internetseite ein Musterschreiben an, wie man sich gegen Trickbetrug schriftlich wehren kann. Mit den Formulierungen können Ärzte den Vertragsabschluss „wegen arglistiger Täuschung“ anfechten, geht aus dem Musterschreiben hervor.

Der Teufel steckt im Kleingedruckten

Die Masche, mit der die dubiosen Verlage vorgehen, ist grundsätzlich ähnlich. Die Ärzte werden in Schreiben aufgefordert, ihre Daten für die Eintragung in ein Branchenverzeichnis zu aktualisieren oder zu ergänzen. Was viele nicht wissen: Erst beim genaueren Hinschauen lässt sich erkennen, dass es sich um ein Angebot handelt, das den Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrags beinhaltet.

Die Absender verstecken die Kostenangaben absichtlich im Kleingedruckten und/oder am Seitenrand außerhalb des Fließtextes. Das professionell gestaltete Schreiben kann schnell zur Auffassung verleiten, dass es sich um einen bereits kostenfrei veröffentlichten Eintrag in ein Branchenbuchverzeichnis handelt, der lediglich auf seine Richtigkeit überprüft werden soll.

Dass die Rechnung nach einer Unterschrift nicht lange auf sich warten lässt, hat auch die ärztliche Psychotherapeutin Birgit Meyer aus Aschersleben erfahren müssen. Sie erhielt im Januar 2018 ein Fax von einem Branchenbuchunternehmen, in dem sie um Korrektur von Angaben zur Praxis für ein Branchenbuch in Sachsen-Anhalt gebeten wurde.

Tage später wurde Meyer schließlich mit einer Gesamtsumme von 1.896 Euro für zwei Jahre konfrontiert – mit dem zusätzlichen Verweis, ein Mahnverfahren einzuleiten, sollte sie der Zahlung nicht nachkommen. Nachdem Meyer damit drohte, mit dem Fall an die Medien zu gehen, senkte der Betreiber die Summe auf 474 Euro. Meyer will auch darauf nicht eingehen. Sie plant, sich nun zunächst an den Verbraucherschutz zu wenden. © neb/aerzteblatt.de

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