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Ärzteschaft

Hausärzteverband fordert digitalen Impfpass

Dienstag, 24. April 2018

/dpa

Berlin – Ein digitaler Impfpass und eine bessere Koordination von Impfungen können zur Steigerung der Impfquoten beitragen. Darauf hat der Deutsche Hausärzteverband (DHÄV) anlässlich der Europäischen Impfwoche hingewiesen. Ein digitaler Impfpass könne dazu beitragen, dass bestehende Impflücken schneller und zuverlässiger erkannt werden, hieß es vom DHÄV-Bundesvorsitzenden Ulrich Weigeldt.

„Bisher ist es so, dass jeder Patient mit dem kleinen gelben Impfausweis von Arzt zu Arzt geht. Dieser wird natürlich häufig vergessen oder verloren“, so Weigeldt. Ein flächendeckender digitaler Impfpass als Teil einer digitalen Patientenakte wäre eine große Erleichterung. „Das wäre ein ganz konkreter Mehrwert in der Praxis und für die Patienten“, sagte der DHÄV-Chef.

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Hausarzt sollte koordinieren

Weigeldt wies zudem darauf hin, dass durch ein Primärarztsystem, in welchem der Hausarzt erster Ansprechpartner bei allen medizinischen Beschwerden ist, die Impfquoten nachweislich gesteigert werden könnten. Der Hausarzt behalte den Überblick und könne so möglichen Versäumnissen besser entgegenwirken.

Der DHÄV wies darauf hin, dass vielfach weniger eine generelle Impfskepsis das Problem ist, sondern eher eine mangelhafte Koordination. Die zeige auch eine aktuelle Untersuchung des Robert-Koch-Instituts. Dabei gehe es nicht nur darum, dass Kinder nicht geimpft werden, sondern auch darum, dass dies immer wieder zu spät geschehe. „Die Folge ist, dass Kinder im Zweifel mehrere Jahre ohne wirksamen Impfschutz sind“, sagte Weigeldt.

Einen digitalen Impfpass hatte unlängst auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) angeregt. „So könnte bei jedem Praxisbesuch automatisch überprüft werden, ob der Impfstatus vollständig ist“, verdeutlichte der stellvertretende KBV-Vorstands­vorsitzende Stephan Hofmeister kürzlich in einem aktuellen Interview mit KV-on. Zugleich nahm er die Ärzte in die Pflicht, schon heute aktiver und engagierter auf die Bedeutung des Impfens hinzuweisen.

Die Europäische Impfwoche 2018 findet vom 23. bis 29. April statt. Initiator ist die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO). Die Zielsetzung der Europäischen Impfwoche besteht darin, durch Sensibilisierung von Eltern und Betreuern, Gesundheitsberufen, politischen Entscheidungsträgern und Medien für die Bedeutung von Impfungen höhere Durchimpfungsraten zu erreichen. © may/EB/aerzteblatt.de

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