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Globale Impfallianz Gavi wirbt für Zugang aller Kinder zu Impfungen

Mittwoch, 25. April 2018

/dpa

Berlin – Der Geschäftsführer der globalen Impfallianz Gavi, Seth Berkley, hat dafür geworben, allen Kindern weltweit den Zugang zu Impfungen zu gewähren. „Noch immer sterben jährlich 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren an Krankheiten, die durch eine Impfung hätten verhindert werden können“, sagte der US-amerikanische Arzt und Epidemiologe heute anlässlich der Weltimpfwoche der Welt­gesund­heits­organi­sation vor Journalisten in Berlin.

Impfungen seien eine der erfolgreichsten und kostengünstigsten Gesundheitsmaß­nahmen im Kampf gegen vermeidbare Todesfälle. In diesem Zusammenhang äußerte sich Berkley besorgt über die Impfmüdigkeit vor allem unter gebildeten und gut situierten Eltern in westlichen Industrienationen. „Viele wissen nicht mehr, wie gefährlich Infektionskrankheiten wie Masern sein können“, sagte der Gavi-Geschäftsführer. Es gelte deshalb, die Bevölkerung über die Vorteile des Impfens aufzuklären und Vertrauen zu schaffen.

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Gavis zweitgrößter Geldgeber ist Bill Gates

Zu den größten Geldgebern von Gavi, einer öffentlich-privaten Partnerschaft, zählen Großbritannien mit 2,4 Milliarden US-Dollar, gefolgt von der Bill und Melinda Gates Stiftung mit 1,5 Milliarden US-Dollar und Norwegen mit 897 Millionen US-Dollar. Deutschland versprach, die Allianz mit 600 Millionen Euro zu unterstützen. Insgesamt habe die internationale Gemeinschaft Gavi bei der letzten Geberkonferenz im Jahr 2015 in Berlin 7,5 Milliarden US-Dollar für die Jahre 2016 bis 2020 zugesagt, erklärte Berkley: „Und die Geber haben ihr Wort gehalten.“

Die Zusammenarbeit mit der Industrie spiele für die Hilfe eine wichtige Rolle. „Es wäre naiv zu glauben, dass wir die Impfprobleme weltweit lösen könnten, ohne die Industrie mit ins Boot zu holen“, sagte Berkley. Wenn Gavi nicht mit den Impfherstellern zusammenarbeiten würde, wären Impfstoffe in den Entwicklungsländern schlicht nicht verfügbar.

„Wir arbeiten im öffentlichen Interesse mit der Pharmaindustrie, aber auch mit Logistik- und Technologieunternehmen zusammen, um die Impfstoffe dorthin zu liefern, wo sie gebraucht werden“, so Berkley. Da Gavi fast 60 Prozent der Kinder weltweit mit Impfstoffen versorge, sei die Marktmacht gegenüber der Pharmaindustrie so groß, dass es gelinge, auch patentierte Wirkstoffe zu günstigen Preisen einzukaufen.

Welche Impfungen wann gebraucht würden und wer sie verabreiche, entschieden die betroffenen Länder selbst, sagte Berkley. Unterstützt würden sie dabei insbesondere von der Welt­gesund­heits­organi­sation, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef und Nichtregierungsorganisationen vor Ort. Außerdem müssten sich die Länder gemessen an ihrer Wirtschaftskraft an den Kosten der Impfprogramme beteiligen.

Mit zunehmender Wirtschaftsleistung erhöhten die geförderten Länder ihre finanzielle Beteiligung an den Impfprogrammen, um langfristig ohne externe Unterstützung auszukommen. 16 Länder haben das Berkley zufolge bereits geschafft. Doch der Gavi-Geschäftsführer betonte auch, dass es der Allianz nicht nur ums Impfen gehe. 75 Prozent des Budgets flössen zwar in die Bereitstellung von Impfstoffen. 25 Prozent seien aber dafür vorgesehen, die Gesundheitssysteme vor Ort zu stärken. © HK/aerzteblatt.de

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