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Politik

Klöckner will der Industrie keine Rezepturen für eine gesündere Ernährung vorschreiben

Donnerstag, 26. April 2018

Butter Salz und Zucker /Photorack, stock.adobe.com
/Photorack, stock.adobe.com

Berlin – Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich gestern in Berlin zur geplanten nationalen Reduktionsstrategie für Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten geäußert. Sie schlug dabei vor, über eine Reduktions- und Innovationsstrategie zu sprechen, „die auch den Unternehmen den Blick nach vorne öffnet“, sagte sie.

Im Verbändegespräch machte Klöckner ihre Position deutlich, dass der Staat keine Rezepturen vorschreiben werde, wie es sich manche wünschten. „Wir definieren nicht, wie Deutschland schmeckt“, betonte die Ministerin.

„Aber wir müssen uns stärker um Prävention und ernährungsbedingte Krankheiten kümmern. Da hat der Staat eine Schutzfunktion.“ Wie sie die Prävention ohne verbindliche Vorgaben verbessern will, bleibt derzeit noch offen.

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Ebenso wichtig sind Sanktionen bei Nichterfüllung. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft haben in der Vergangenheit wenig bewirkt. Barbara Bitzer, Geschäftsführerin DDG

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) hingegen appelliert an die Bundesministerin, diese Strategie für alle Akteure verbindlich zu machen, mit definierten Regeln, klaren Zielen und Grenzwerten auszustatten und an einen festen Zeitrahmen für die Umsetzung zu koppeln. „Ebenso wichtig sind Sanktionen bei Nichterfüllung. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft haben in der Vergangenheit wenig bewirkt“, sagte die DDG-Geschäftsführerin Barbara Bitzer dem Deutschen Ärzteblatt.

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, in diesem Jahr ein Konzept vorzulegen, wie Zucker, Salz und Fett in Rezepturen von Fertigprodukten verringert werden können. Es gehe also „nicht um das Ob, sondern um das Wie“, sagte Klöckner. Im Koalitionsvertrag heißt es aber auch, dass die Strategie „wissenschaftlich fundierte, verbindliche Zielmarken und einen konkreten Zeitplan“ enthalten soll. Dabei soll die Bundesregierung gerade die Belange handwerklicher Betriebe im Blick haben.

Ein erster Anlauf für eine solche Reduktionsstrategie in der vorherigen Koalition hatte heftige Kritik ausgelöst – nicht nur in der Branche, sondern auch bei AOK, der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und aus den Reihen von CDU und SPD.

„Das Strategiepapier basiert wieder nur auf freiwilligen Vereinbarungen für die Lebensmittelindustrie“, hatte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, beim Zuckergipfel 2017 in Berlin erklärt. Auch Dietrich Monstadt (CDU/CSU) äußerte beim Zuckergipfel Bedenken, dass das Papier ohne gesetzliche Maßnahmen keine Wirkung zeigen wird. „Zwar haben wir einen Konsensus innerhalb der Partei erzielt, jedoch mit einem Minister, der zum Jagen getragen werden musste“, sagte er.

Prävention: Nachhaltige Strategien gesucht

Die Palette der Interventionen gegen Adipositas reicht von Kochkursen über Werbeverbote bis hin zu fiskalischen Abgaben. In Deutschland wird vor allem auf Verhaltens- und Verhältnisprävention gesetzt. Ein nachhaltiger Effekt lässt sich selbst nach zehn Jahren kaum nachweisen. Ob Kochkurse, Wasserspender in Schulen oder Steuern auf Ungesundes: Was davon den größten Effekt im Kampf gegen das (...)

Diese Reduktionsstrategie könne jedoch nur einen Pfeiler in einer bundesweiten Strategie der gesundheitlichen Verhältnisprävention darstellen, erklärte Bitzer. „Am effektivsten sehen wir eine gesundheitsfördernde Umverteilung der Mehrwertsteuer, damit gesunde Lebensmittel günstiger und ungesunde Lebensmittel mit viel Fett, Zucker und Salz teurer werden.“

Unterstützend empfiehlt die DDG jeden Tag eine Stunde Bewegung in Kita und Schule, ein Verbot für an Kinder gerichtetes Lebensmittelmarketing sowie verpflichtende Standards für die Kita- und Schulernährung. © dpa/gie/aerzteblatt.de

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´hajodba@gmx.de
am Mittwoch, 9. Mai 2018, 10:48

"Was nützt die "aktuelle Zuckersteuer-Debatte" eigentlich den Menschen?"

Ale "über 79-jähriger Typ-2-Diabetiker, der kein Insulin spritzt"
und sich vor gut "10 Jahren auf einen eigenen Weg begab", weil bei
ihm die bis dahin praktizierte "evidenzbasierte Pharmakon-Therapie"
nicht viel gebracht hatte, stehe ich der wieder "aufgeflammten Dis-
kussion" sehr skeptisch gegenüber. Ich verfolge seit einigen Jahren
aufmerksam die "Ernährungs-Empfehlungen der Fachgesellschaften" und
deren intensiven

"Bemühungen, die "Ernährungsmethode LOGI-Kost"
mit allen Mitteln zu bekämpfen"

Dagegen "ihre eigenen "Kohlehydratreicheren" Ernährungs-Empfehlungen"
zu propagieren. Dazu muss man leider auch "zuckerreiche Lebensmittel",
insbesondere "Fertiggericht" zählen. Und die sollen nun nach den Vor-
stellungen der "Befürworter einer Zucker-Steuer" verteuert werden, um
als "fiskalische Maßnahme gegen Ernährungsmängel" wirken zu können.

Darüber kann man sicherlich auf "Kongressen" diskutieren, weil dort
die "betroffenen Personen", insbesondere die "Sozialbenachteiligten",
nicht anwesend sind. Also genau die "Menschen, um deren Gesundheit"
es ja gehen soll.

H. Jürgen Barth
Rodalben
Staphylococcus rex
am Sonntag, 6. Mai 2018, 15:25

Gefahr der Fehlprägung

Aufgrund unserer biologischen Vergangenheit empfinden wir Lebensmittel die süß, salzig oder fettig sind, als besonders hochwertig. Ein Großteil der Lebensmittel, die als "Junk-Food" verschrien sind, bedienen diese drei Empfindungen in besonderer Weise.

Selbstverständlich halte ich viel von dem Konzept des mündigen Bürgers. Nur stellt sich die Frage, wenn man dem Markt freien Lauf läßt, dann werden sich Rezepturen durchsetzen, die mit natürlichen Zutaten nicht mehr machbar sind und dann kommt es zu einer Fehlprägung in dem Sinne, dass klassische Lebensmittel geschmacklich nicht mehr mit dem "Junk-Food" konkurrieren können.

Deshalb würde ich es begrüßen, wenn Lebensmittel, die besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt sind (damit wäre die Cola ein Paradebeispiel) nur so viel Zucker enthalten dürfen, wie in vergleichbaren natürlichen Produkten (z.B. Säfte). Eine derartige Zuckersteuer wäre dann keine Bevormundung sondern im Gegenteil die Voraussetzung, dass die betroffenen Personen im Erwachsenenalter überhaupt die Chance für eine freie und mündige Entscheidung haben.
Staphylococcus rex
am Sonntag, 6. Mai 2018, 15:15

Fehlprägung

Aufgrund unserer biologischen Vergangenheit empfinden wir Lebensmittel die süß, salzig oder fettig sind, als besonders hochwertig. Ein Großteil der Lebensmittel, die als "Junk-Food" verschrien sind, bedienen diese drei Empfindungen in besonderer Weise.

Selbstverständlich halte ich viel von dem Konzept des mündigen Bürgers. Nur stellt sich die Frage, wenn man dem Markt freien Lauf läßt, dann werden sich Rezepturen durchsetzen, die mit natürlichen Zutaten nicht mehr machbar sind und dann kommt es zu einer Fehlprägung in dem Sinne, dass klassische Lebensmittel geschmacklich nicht mehr mit dem "Junk-Food" konkurrieren können.

Deshalb würde ich es begrüßen, wenn Lebensmittel, die besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt sind (damit wäre die Cola ein Paradebeispiel) nur so viel Zucker enthalten dürfen, wie in vergleichbaren natürlichen Produkten (z.B. Säfte). Eine derartige Zuckersteuer wäre dann keine Bevormundung sondern im Gegenteil die Voraussetzung, dass die betroffenen Personen im Erwachsenenalter überhaupt die Chance für eine freie und mündige Entscheidung haben.
´hajodba@gmx.de
am Donnerstag, 3. Mai 2018, 11:17

"In diesem "Punkt" muss ich Julia Klöckner (leider) zustimmen"

Als "über 70-jähriger Typ-2-Diabetiker" gehöre ich altersbeding
zu einer

"Generation, der man lange Zeit den Begriff
vom "Mündigen Bürger" gepredigt hatte"

und das wurde dann für uns"keine leere Worthülse". Erst recht nicht,
wenn man "Anfang der 60er Jahre" auf andere Weise "politisch aktiv"
gewesen war als die späteren sogenannten "68er". Doch dies ist ein
anderes Thema.

Seit nunmehr 15 Jahren bin ich "Diabetiker" und behaupte, dass mein
davor "jahrelang praktizierter Lebensstil" dabei eine entscheidende
Rolle gespielt hatte. Dies ist allerdings "meine persönliche Sache".
Denn was "ich konsumiere", ist meine Angelegenheit und geht "Außen-
stehende" nichts an. Daher lasse ich mir auch nicht von "Gesundheits-
Experten irgendwelcher Fachgesellschaften" vorschreiben, was für mich
"gesund sei und was nicht.

Als ehemaliger "Werbeberater mit Erfahrungen im Handel" frage ich mich
ohnehin, ob diese "Gesundheitsfunktionäre" schon einmal für längere
Zeit in einem "Lebensmittel-Supermarkt" intensiv das "Käuferverhalten"
studiert haben. Denn hier entscheiden die "Konsumenten über den Kauf
von Produkten" und zwar "direkt an den Regalen". Und so lange sie dies
tun, besteht für die "Unternehmen keine Veranlassung, ihre Produkte zu
verändern". Folglich "muss man hier ansetzten" und daher wären auch z.B. "sinnvolle Ampelkennzeichnungen" letztendlich wirkungsvoller, als
die geforderten "fiskalischen Maßnahmen".

Von daher ist die "Aussage von Julia Klöckner" nachvollziehbar. Denn
"wer soll bestimmen", was für "Verbraucher gesund oder ungesund" sein
soll? Etwa die "Gesundheitsfunktionäre von Fachgesellschaften"? Allein
der "Gedanke" daran, würde mit "Verdauungsprobleme" verursachen.

H. Jürgen Barth, Rodalben

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