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Ärzteschaft

Fachgruppen bewerten wirtschaftliche Situation sehr unterschiedlich

Mittwoch, 25. April 2018

/zenstock, stock.adobe.com

Berlin – Die Vertragsärzte in Deutschland bewerten ihre augenblickliche wirt­schaftliche Situation im Augenblick positiv. 72 Prozent schätzen diese als „gut“ oder „sehr gut“ ein, wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) berichtet. Je nach Fachgebiet zeigten sich allerdings zum Teil sehr große Unterschiede – bis hin zu deutlich negativen Einschätzungen.

Laut der Zi-Erhebung gehören die Hausärzte zu den Fachgebieten, die ihre wirtschaftliche Lage mit am positivsten einschätzen. In der Bewertungsskala von minus 100 bis plus 100 kamen sie auf einen Wert von plus 58,2. Nur die Kinder- und Jugendärzte (plus 63,4) und die Kardiologen (plus 67,4) waren noch zufriedener. Am unzufriedensten waren Nuklearmediziner (minus 15,7), Psychotherapeuten (minus 6,8) und Radiologen (minus 0,2).

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Daten des ZiPP

Datenquelle für die vorgestellten Ergebnisse sind die jährlich durchgeführten Erhebungen im Rahmen des Zi-Praxis-Panels (ZiPP), in denen eine Reihe von Wirtschaftsdaten direkt von den Vertragsärzten und Psychotherapeuten abgefragt werden. In die jetzt vorgestellten Ergebnisse flossen Angaben von 5.157 Praxen ein. Befragungszeitraum war der Sommer und Herbst 2016.

Die Daten beruhen auf Angaben, die in der überwiegenden Zahl der Fälle von den Steuerberatern der Teilnehmer testiert sind. In den zusätzlichen jährlichen Befra­gungen im ZiPP geben die Teilnehmer ihre Einschätzung zur gegenwärtigen Situation und zu ihren Erwartungen für die kommenden zwölf Monate an. Damit erhält das Zi einerseits eine persönliche Bewertung zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und anderseits einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Praxisfinanzen. Hieraus ergibt sich ein subjektiver Indikator der wirtschaftlichen Situation der Nieder­gelassenen.

Auch regional waren die Ergebnisse unterschiedlich: Ländliche Praxen bewerteten die wirtschaftliche Situation besser als Stadtpraxen und Praxen im Umland. So lag der Wert für den Klimaindex in Landpraxen mit plus 23,1 deutlich vor den Angaben der Stadtpraxen (plus 7,5) und den Angaben der Praxen im Umland (plus 17,1). Damit einhergehend beurteilten Praxen im Osten (plus 23,0) sowohl Lage als auch Erwartungen besser als Praxen in den anderen Regionen (Nord: plus 15,8; Süd: plus 11,9; West: plus 9,9).

Skepsis über künftige Entwicklung

„Auffallend ist, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage nahezu durchgehend deutlich besser bewertet wurde als die Erwartungen in die Zukunft. Die damit einhergehende Planungsunsicherheit deckt sich mit der gebremsten Investitionsbereitschaft, die das Zi bereits in anderen Auswertungen beobachten konnte“, wies Zi-Geschäftsführer Dominik von Stillfried auf ein weiteres Ergebnis der Befragung hin. 

Bei der Prognose auf die wirtschaftlichen Erwartungen in den kommenden zwölf Monaten, erzielten die Hausärzte mit einem Wert von plus 2,4 zwar ein positives Ergebnis, das jedoch erheblich hinter dem aktuellen Status zurückbleibe. Ebenfalls positive Werte ergaben sich bei Kinder- und Jugendärzten (plus 2,7).

Den höchsten Wert erzielten die Neurologen (plus 8,9). Am skeptischsten standen hingegen die Orthopäden (minus 17,6), Nuklearmediziner (minus 33,9) und Radiologen (minus 34,4) ihren mittelfristigen Zukunftsaussichten gegenüber. 

© hil/aerzteblatt.de

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