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Politik

Essstörungen auf dem Vormarsch

Donnerstag, 26. April 2018

/alexkich, stockadobecom

Düsseldorf – Essstörungen wie Bulimie und Magersucht werden in vielen Teilen Deutschlands immer häufiger diagnostiziert. Ausnahmen machen nur die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. Darauf hat die Landesvertretung Nordrhein-Westfalen (NRW) der Barmer-Krankenkasse jetzt hingewiesen. „Magersucht und Bulimie sind keine harmlosen Teenagerkrankheiten. Sie betreffen alle Altersgruppen und können schwere Organschäden nach sich ziehen. Schlimmstenfalls enden Essstörungen sogar tödlich“, sagte Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der Kasse.

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Die Auswertung der Kasse bezieht sich nur auf Versicherte der Barmer. Danach gab es den stärksten Anstieg der Diagnosen „Anorexie“ oder „Bulimie“ in den Jahren 2011 bis 2016 mit 31,8 Prozent in Brandenburg, 21,1 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und 18,7 Prozent in Niedersachsen. In Bremen sank die Zahl der Diagnosen um 4,1 Prozent, in Berlin um 2,1 Prozent und in Hamburg um 0,2 Prozent. Über alle Bundesländer gemittelt lag der Anstieg der beiden Diagnosen bei den Versicherten der Barmer in den Jahren 2011 bis 2016 bei 7,5 Prozent. 

Von Magersucht waren in NRW in den Jahren 2011 bis 2016 rund 13.700 Frauen betroffen, die bei der Barmer versichert waren. Bei den männlichen Versicherten gab es rund 750 Erkrankte. „Die Dunkelziffer dürfte bei Anorexie aber um ein Vielfaches höher liegen“, erklärte Beckmann. Bei der Ess-Brech-Sucht war der Anteil an weiblichen Betroffenen noch höher als bei Anorexie: Von 2011 bis 2016 gab es mit rund 14.100 etwa 30-mal mehr Bulimiefälle bei Frauen als bei Männern (knapp 500). 

Einen deutlichen Anstieg der Diagnosen für Essstörungen hatte im Februar auch das Gesundheitswissenschaftliche Institut Nordost (GeWINO) der AOK Nordost gemeldet. Danach wurde im Jahr 2010 im Nordosten bei rund 3.500 Versicherten eine psychogene Essstörung wie Bulimie, Anorexie oder Binge Eating (Esssucht) diagnostiziert. Im Jahr 2016 waren es bereits mehr als 6.100 Versicherte. Grundlage der Analysen waren die anonymisierten Abrechnungsdaten von rund 750.000 Versicherten der AOK Nordost im Alter von sechs bis 54 Jahren. © hil/aerzteblatt.de

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