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Medizin

WHO: HIV-Selbsttests liefern verlässliche Ergebnisse

Mittwoch, 25. April 2018

/dpa

Genf – Blut- und Speicheltests zum Nachweis einer HIV-Infektion können von medizinischen Laien zuverlässig durchgeführt werden. In den meisten Fällen werden laut einer Übersicht von Mitarbeitern der Welt­gesund­heits­organi­sation in Lancet HIV (2018; doi: 10.1016/S2352-3018(18)30044-4) die gleichen Ergebnisse erzielt, wie wenn ausgebildetes medizinisches Personal denselben Test durchführt.

Viele Menschen scheuen sich, zum HIV-Test einen Arzt aufzusuchen. In westlichen Ländern dürften vor allem Scham und fehlendes Vertrauen zum Arzt eine Rolle spielen. Es gibt jedoch auch etliche Länder, in denen die Patienten einer Stigmatisierung und  Diskriminierung ausgesetzt sind, wenn sie wegen des Verdachts einer Infektion einen Arzt aufsuchen.

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Ein Heimtest könnte die Schwelle senken. In Frankreich sind die Tests seit 2016 zugelassen und treffen dort dem Vernehmen nach auf eine rege Nachfrage. In Deutschland dürfen sie derzeit aus rechtlichen Gründen (Medizinprodukte-Abgabe­verordnung) nicht an Privatpersonen abgegeben werden. Der Erwerb über das Internet erfolgt in einer rechtlichen Grauzone. 

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat sich – vor allem mit Blick auf die prekäre Situation in vielen ärmeren Ländern – für die HIV-Selbsttests ausgesprochen. In einer Übersicht haben jetzt Carmen Figueroa von der WHO-Zentrale in Genf und Mitarbeiter die Zuverlässigkeit der Tests untersucht. Nach der Auswertung von 25 Studien kommt die Gruppe zu dem Ergebnis, dass Selbsttester in den meisten Fällen dieselben Ergebnisse erzielen wie medizinische Pflegekräfte. Die Sensitivität liegt nach den Berechnungen von Figueroa im Bereich von 80–100 %. Die Spezifität lag zwischen 95,1 und 100 %. 

In einer hypothetischen Gruppe von 100.000 Menschen mit einer HIV-Prävalenz von 1 % würden 0 bis 200 HIV-positive Fälle übersehen. Zwischen Null und 4.851 HIV-negative Individuen würden mit einem falsch-positiven Ergebnis konfrontiert, das allerdings – außer der Sorge um eine vermeintliche Infektion – keine Folgen hätte, da die Tests vor der Verordnung von Medikamenten überprüft werden müssen.

Bluttests liefern laut Figueroa häufiger richtige Ergebnisse als die Untersuchung von Speichel. Es komme jedoch häufiger zu Anwenderfehlern, da medizinische Laien den Umgang mit Blut nicht gewohnt sind. © rme/aerzteblatt.de

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