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Politik

Bundestagsfraktionen greifen AfD wegen Antrags zu Schwerbehinderung an

Donnerstag, 26. April 2018

/dpa

Berlin – Union, SPD, Grüne, Linke und FDP haben die AfD wegen ihrer Anfrage zum Thema Schwerbehinderung scharf kritisiert. Damit versuche die AfD „Behinderung als vermeidbares Übel darzustellen“, sagte der Linken-Abgeordnete Sören Pellmann heute im Bundestag. „Das ist völlig unakzeptabel“. Der Argumentation liege ein eugenische Denkmuster zugrunde; von dort sei es nicht mehr weit bis zur NS-Idelogie. Damit würden auch die Opfer des NS-Rassenwahns in „unendlicher Weise“ beleidigt.

Die Abgeordneten anderer Fraktionen äußerten sich aus Anlass einer Debatte zur Umbenennung des Schwerbehindertenausweises in Teilhabeausweis ähnlich. Die FDP hatte einen entsprechenden Antrag gestellt, der an die Ausschüsse überwiesen wurde.

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Ethikratschef empört

In der vor rund zwei Wochen öffentlich gewordenen Anfrage der AfD wollten deren Abgeordnete unter anderem wissen, wie viele Fälle der durch Heirat in der Familie entstandenen Behinderungen einen Migrationshintergrund haben. Gefragt hatte die AfD-Fraktion auch, wie viele der in der Bundesrepublik lebenden Schwerbehinderten keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

Unter anderen hatte sich der der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, empört über diese Anfrage gezeigt. Die Mitglieder des Würzburger Bündnisses für Zivilcourage haben inzwischen gegen Bundestagsabgeordnete der AfD Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt.

Der FDP-Abgeordnete Jens Beeck warf den AfD-Abgeordneten nun vor, dadurch Ressentiments zu schüren. Er erinnerte an eine Zeitungsanzeige von 19 Sozialverbänden, die die Anfrage verurteilt hatten. Diese hatten dazu aufgerufen „wachsam zu sein und sich entschlossen gegen diese unerträgliche Menschen- und Lebensfeindlichkeit zu stellen“.

Der SPD-Abgeordnete Matthias Bartke betonte, mit der Anfrage sei ein „neuer trauriger Tiefpunkt in Ihrer ausgrenzenden Politik erreicht“. Es erinnere ihn an „dunkelste Stunden in Deutschland“. Damit nähere sich die AfD immer mehr der Politik der NPD an. Der CDU-Abgeordnete Uwe Schummer erklärte, die AfD wolle durch solche Anfragen ganz bewusst ein bestimmtes politisches Denken erzeugen.

Der AfD-Abgeordnete Uwe Witt verteidigte die Anfrage: Seiner Fraktion sei es darum gegangen, sich mit Blick auf die Flüchtlingssituation um eine Datenbasis zu kümmern. © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #732091
Schauinsland
am Freitag, 27. April 2018, 00:38

Meiner Meinung nach nichts als Heuchelei

Für mich ist das Echauffieren der anderen Parteien bzgl. der Haltung der AfD „Behinderung als vermeidbares Übel darzustellen“ nichts anderes als die reinste Heuchelei. Seien wir doch mal ehrlich. Wenn eine Frau mit einem behinderten Kind, sei es Down Syndrom = Trisomie 21 oder eine andere, die via Ultraschall oder Fruchtwasseruntersuchung diagnostiziert werden kann, schwanger ist, wird sie seitens ihres Gynäkologen, ihres Partners und / oder Umwelt (Familie / Freunde) zur Abtreibung gedrängt. Wird das behinderte Kind geboren, bekommt sie Sätze zu hören wie z. B.: Hätte das nicht verhindert werden können?
Was glaubt die Gattung Mensch eigentlich wer sie ist, daß sie aufgrund vorgeburtlicher Diagnostik wie Ultraschall, Fruchtwasseruntersuchung etc. das Recht hat, einem Fötus, einem entstehenden und wachsenden Menschen, das Recht und den Anspruch auf ein eigenes Leben zu nehmen?
Jeder Mensch, egal welcher Hautfarbe oder Nationalität, hat das Recht auf ein Leben, ob behindert oder gesund. Leider zählt in dieser Gesellschaft ausschließlich Leistung und Menschen, die pränatal als behindert diagnostiziert werden, werden möglichst sofort aussortiert, also umgebracht via Abreibung. Wer Frauen, die mit einem behinderten Kind schwanger sind, dazu drängt, dieses abzutreiben, vertritt meiner Meinung nach, genauso den Standpunkt, daß Behinderung ein vermeidbares Übel ist.
LNS

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