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Medizin

Zahnschmerzen: NSAID und Paracetamol wirksamer als Opioide

Sonntag, 29. April 2018

/dpa

Pittsburgh – Die freizügige Verordnung von Opioiden durch US-Zahnärzte war nicht nur gefährlich, weil sie die derzeitige Opioid-Epidemie gefördert hat. Sie war auch unnötig, da nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAID) oder Paracetamol bei Zahn­schmerzen besser wirken als Opioide, wie eine Übersicht im Journal of the American Dental Association (JADA 2018; 149: 256–265.e3) belegt.

US-Zahnärzte haben den Anspruch, dass sie ihre Patienten möglichst schmerzfrei nach Hause entlassen, und ihre Patienten haben die Erwartung, dass ihr Dentist ihnen keine Schmerzen zufügt. Vor diesem Hintergrund fiel die inzwischen durch die Realität widerlegte Behauptung, dass Opiate bei einer kurzfristigen Anwendung keine Abhängigkeit auslösen und deshalb bedenkenlos eingesetzt werden können, auf fruchtbaren Boden. 

Die Verordnungen von Opioiden waren in den letzten Jahren stark angestiegen. Vor allem jüngere Menschen wurden mit Opioiden versorgt. Zahnärzte waren zeitweise für 31 Prozent aller Opioid-Verschreibungen an Teenager verantwortlich. Ob die Patienten die Tabletten auch einnahmen, wurde nicht kontrolliert. Schon bald bildete sich ein Schwarzmarkt, auf dem die von den Zahnärzten verordneten Mittel an Drogenkonsu­menten weitergereicht wurden.

Ihre Zahnschmerzen konnten die Patienten durch in der Apotheke erhältliche Mittel lindern. Wie Paul Moore von der School of Dental Medicine der Universität Pittsburgh jetzt berichtet, ist die Kombination aus 400 mg Ibuprofen und 1.000 mg Paracetamol das wirksamste Mittel bei Zahnschmerzen. Kein Opioid, auch nicht in Kombination mit Paracetamol, erzielte in Studien eine stärkere Wirkung.

Moore verdankt diese Erkenntnis keineswegs neueren Studien. Seine Übersicht gründet sich auf die Ergebnisse aus Cochrane-Analysen, die sich wiederum auf teilweise ältere Studien stützen. Dass NSAID und Paracetamol bei Zahnschmerzen effektiv sind, ist deshalb eigentlich keine neue Erkenntnis. Dass sie zudem besser verträglich und keine Abhängigkeit auslösen, hätten die US-Zahnärzte nach den Ergebnissen der Studien ebenfalls wissen können. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #751088
Markus Gruber
am Donnerstag, 23. August 2018, 00:00

Ärzte in den USA als "Dealer"?

Opioide in den USA, nicht Ernst oder? Nicht-steroidale Antiphlogistika oder Paracetamol helfen bei Zahn­schmerzen besser und wirken besser als Opioide! Da haben einige skrupellose Ärzte in Amerika versucht, die Patienten abhängig zu machen bzw. haben unter dem Vorwand "gegen Zahnschmerzen" die Opioide "verkauft".

Elektrische Zahnbürsten putzen gründlicher und helfen, um weniger oft zum Zahnarzt zu gehen. Dabei Mundspülung und Zahnseide nicht vergessen.
Avatar #747329
Dr.Random
am Mittwoch, 2. Mai 2018, 11:42

"In Studien"

Was bedeutet denn bitte "Kein Opioid, auch nicht in Kombination mit Paracetamol, erzielte in Studien eine stärkere Wirkung." Da wäre doch mal eine Quellenangabe angebracht.
Und vielleicht auch die Angabe welches Opioid in welcher Dosis getestet wurde. So ist diese Aussage ja haarsträubend falsch: Niemand wird behaupten, Opioide hätten per se eine geringere analgetische Potenz als NSAID.
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