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Medizin

Im Gehirn adipöser Menschen ist Energiegewinnung aus Glukose vermindert

Mittwoch, 2. Mai 2018

/xalanx, stockadobecom

Lübeck – Bei Adipositas ist die Energiegewinnung im Gehirn gestört. Dies könnte eine Erklärung für das häufig fehlende Sättigungsgefühl Übergewichtiger sein. Das berichten Wissenschaftler der Sektion für Psychoneurobiologie im Center of Brain, Behavior and Metabolism (CBBM) der Universität zu Lübeck im Fachjournal Metabolism (2018; doi: 10.1016/j.metabol.2018.02.013). 

Laut Kerstin Oltmanns vom CBBM löst ein hoher zerebraler Energiegehalt Sättigungs­gefühle aus. Übergewichtige berichteten wiederum oft, dass sie Sättigung nicht wahrnähmen. In der aktuellen Studie haben die Wissenschaftler um Ewelina Wardzinski und Oltmanns bei adipösen und normalgewichtigen Männern mittels intravenöser Glukoseinfusion den Blutzuckergehalt – und damit die Zuckerzufuhr für die Energiegewinnung im Gehirn – experimentell erhöht und Veränderungen im Energiestatus des Gehirns untersucht. Dies erfolgte mittels eines Verfahrens namens „31P-Magnetresonanz-Spektroskopie“.

Bei der normalgewichtigen Gruppe stieg der Hirnenergiegehalt nach der Glukosegabe sofort an, während sich bei den adipösen Studienteilnehmern keine Veränderung zeigte. Erst nach einer starken Anhebung des Blutzuckers durch die Infusion erfolgte ein geringer Anstieg auch im Gehirn der übergewichtigen Studienteilnehmer.

„Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass bei Übergewichtigen eine Störung der Energiegewinnung im Gehirn vorliegt“, erläuterte Wardzinski. Möglicherweise erkläre diese Störung den chronisch reduzierten zerebralen Energiestatus bei den Betroffenen und auch, warum Übergewichtige oft kein Sättigungsgefühl spürten.

Die Studie gehört zum Teilprojekt B04 „Cerebral energy homeostasis and incentive salience of food“ im Sonderforschungsbereich Transregio 134 der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Laut den Forschern hat bei Übergewicht möglicherweise eine Verhaltenstherapie anstelle von Diätplänen Erfolg.

„Ein eigens für Übergewichtige entwickeltes verhaltenstherapeutisches Lernprogramm führt zu einer Verbesserung der Sättigungswahrnehmung, Reduktion der Nahrungs­aufnahme und somit Gewichts­verlust, wie erste Zwischenergebnisse einer laufenden Studie zeigen“, berichten sie aus ihrer Forschung. „Offenbar hängen Psyche, Hirnener­giestoffwechsel und Körpergewichtsregulation eng miteinander zusammen, was berücksichtigt werden muss, wenn man dauerhaft abnehmen will“, so Oltmanns. © hil/aerzteblatt.de

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