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Politik

Robert-Koch-Institut mahnt zur restriktiven Antibiotikagabe

Mittwoch, 2. Mai 2018

/pedrosala, stockadobecom

Berlin – Das Robert-Koch-Institut mahnt eine restriktive Antibiotikagabe an. „Die wichtigsten Grundsätze zur Eindämmung von Resistenzen liegen auf der Hand: Infektionen vermeiden und Antibiotika nur dann einsetzen, wenn es notwendig und sinnvoll ist“, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar H. Wieler, heute in Berlin anlässlich der Veröffentlichung einer Schwerpunktausgabe des Bundesgesund­heitsblatts zum Thema Antibiotikaresistenzen.

Die Maiausgabe enthält zwölf Beiträge und bietet einen Überblick über Heraus­forderungen und komplexen Lösungswege zur Verringerung der Resistenzproblematik. Durch alle Beiträge zieht sich der One-Health-Gedanke, wonach die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt unmittelbar miteinander verknüpft sind. „Tatsächlich ist die Antibiotikaresistenz das Paradebeispiel für One-Health-Ansätze“, so Wieler.

Es gebe eine wachsende Zahl von Belegen, dass Umweltbakterien gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent seien und dieses Umweltreservoir antimikrobieller Resistenz weiter wachse, wie Autoren aus dem Umweltbundesamt erläutern. Neben Antibiotika könnten zudem auch andere Substanzen wie Biozide oder Schwermetalle zur zunehmenden Verbreitung von Antibiotikaresistenzen beitragen.

Um die Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zu verringern, müssen aus Sicht der Wissenschaft Experten vernetzt und über die Fachgrenzen hinweg zusammenarbeiten. Dazu zählen zum Beispiel die Schulung von Ärzten und Apothekern sowie die Etablierung von Antibiotic-Stewardship-Teams in Krankenhäusern, die den rationalen Einsatz von Antibiotika fördern. Auch die Einbindung mikrobiologischer Expertise ist erforderlich, um Antibiotika gezielt zu verordnen. © kna/aerzteblatt.de

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