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Medizin

WHO rechnet mit weltweit sieben Millionen Todesfällen pro Jahr durch Luftverschmutzung

Mittwoch, 2. Mai 2018

/dpa

Genf – Die Luftverschmutzung ist in vielen Teilen der Welt nach wie vor gefährlich hoch. Weltweit sind laut der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) mehr als 90 Prozent der Menschen verschmutzter Luft ausgesetzt. „Die Luftverschmutzung bedroht uns alle, aber die ärmsten und am stärksten marginalisierten Menschen tragen die Hauptlast“, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO.

Es sei nicht hinnehmbar, dass mehr als drei Milliarden Menschen – die meisten von ihnen Frauen und Kinder – immer noch täglich tödlichen Rauch durch den Gebrauch von umweltschädlichen Öfen und Brennstoffen in ihren Häusern atmeten. „Wenn wir nicht dringend etwas gegen die Luftverschmutzung unternehmen, werden wir nie annähernd eine nachhaltige Entwicklung erreichen“, sagte Tedros.

Folge von Feinstaub

Die WHO schätzt, dass jedes Jahr etwa sieben Millionen Menschen an den Folgen von Feinstaub in der verschmutzten Luft sterben, der tief in die Lunge und das Herz-Kreislauf-System eindringt und Krankheiten wie Schlaganfall, Herzerkrankungen, Lungenkrebs, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und Atemwegsinfektionen einschließlich Lungenentzündungen verursacht.

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Laut WHO ist die Luftverschmutzung ein kritischer Risikofaktor für nichtübertrag­bare Krankheiten. Sie verursache weltweit gesehen schätzungsweise 24 Prozent aller Todesfälle bei Erwachsenen durch Herzerkrankungen, 25 Prozent durch Schlaganfall, 43 Prozent durch chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und 29 Prozent durch Lungenkrebs.

Die WHO stützt sich bei ihrer Warnung auf eine Datenbank zur Luftqualität, in der mittlerweile mehr als 4.300 Städte in 108 Ländern vertreten sind. Diese Datenbank sammelt die Jahresmittelwerte der Feinstaubkonzentrationen (PM10 und PM2,5). In der Datenbank sind auch zahlreiche deutsche Städte mit ihren Messdaten vertreten. Bezogen auf den PM10-Wert schneiden Hagen und Markgroningen darin am schlechtesten ab, gefolgt von Heilbronn und Herne – bezogen auf das Jahr 2013. 

Wesentliche Quellen der Luftverschmutzung durch Feinstaub sind laut WHO die ineffiziente Energienutzung durch Haushalte, Industrie, Landwirtschaft und Verkehr sowie Kohlekraftwerke. In einigen Regionen sind Sand und Wüstenstaub, Abfall­verbrennung und Entwaldung weitere Quellen der Luftverschmutzung. Die Luftqualität kann auch durch natürliche Elemente wie geographische, meteorologische und saisonale Faktoren beeinflusst werden.

Die jüngsten Daten zeigten, dass die Luftverschmutzung in den meisten Teilen der Welt immer noch gefährlich hoch ist, aber auch einige positive Fortschritte zu verzeichnen seien. Zum Beispiel habe sich Mexiko-Stadt zu saubereren Fahrzeugstandards verpflichtet, darunter die Umstellung auf rußfreie Busse und ein Verbot von privaten Dieselfahrzeugen bis 2025. „Politische Führer auf allen Regierungsebenen, einschließlich der Bürgermeister, beginnen nun, aufmerksam zu sein und Maßnahmen zu ergreifen“, sagte Tedros.   

In diesem Jahr wird die WHO Ende Oktober die erste globale Konferenz über Luftverschmutzung und Gesundheit einberufen, um Regierungen und Partner in globalen Bemühungen zur Verbesserung der Luftqualität und zur Bekämpfung des Klimawandels zusammenzubringen. © hil/aerzteblatt.de

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