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Medizin

Forensik: CT-Angiographie kann Todesursache häufig klären

Donnerstag, 3. Mai 2018

/sudok1, stock.adobe.com

Lausanne – Eine Computertomographie nach Injektion eines Kontrastmittels hat in einer multizentrischen Studie in Radiology (2018; doi: 10.1148/radiol.2018170559) die Qualität einer forensischen Untersuchung deutlich verbessert.

Anders als im TV-Krimi ist im wirklichen Leben das Auge des Pathologen nicht unfehlbar. Er kann zwar bei der Suche nach Spuren eines Gewaltverbrechens, eines medizinischen Kunstfehlers oder im Rahmen einer klinischen Qualitätskontrolle alle Teile des Körpers inspizieren. In der Praxis können jedoch kleinere und verdeckte Läsionen etwa im Knochen oder im Parenchym der größeren Organe leicht übersehen werden.

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Viele Institute verfügen deshalb inzwischen über einen Computertomographen (CT), vielleicht auch über einen Magnetresonanztomographen, die Schnittbilder des gesamten Leichnams liefern.

Eine relativ neue Entwicklung ist die postmortale CT-Angiographie (PMCTA). Dabei wird mit einem speziellen Perfusor über einen Zugang in der Leistenarterie ein Kontrast­mittel in einer ölbasierten Lösung aus Paraffinöl in die Arterien gepumpt.

9 europäische Zentren (deutsche Beteiligung: Hamburg und Leipzig) haben in einer Studie die Ergebnisse von 500 Autopsien mit den Ergebnissen von postmortalem CT und einer postmortalen CT-Angiographie (PMCTA) verglichen.

Wie Silke Grabherr vom Centre hospitalier universitaire vaudois in Lausanne und Mitarbeiter berichten, wurden während der konventionellen Autopsie nur 11.433 von 18.654 Befunden (61 %) entdeckt. Auf den Bildern des postmortalen CTs wurden 14.179 Befunde (76,0 %) identifiziert. Am besten waren die Ergebnisse in der PMCTA, mit deren Hilfe die Pathologen 16.780 Befunde (89,9 %) aufspürten.

Die Stärken der PMCTA lagen in der Identifizierung von Skelettläsionen (96,1 versus 65,4 Prozent in der Autopsie) und von Gefäläsionen (93,5 versus 65,3 %). Unter den forensisch relevanten Befunden wurden bei der Autopsie 23,4 % nicht gefunden, während bei der PMCTA nur 9,7 % übersehen wurden. © rme/aerzteblatt.de

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