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Politik

Pflege­wissenschaftler: Ausbildung auf europäisches Niveau heben

Donnerstag, 3. Mai 2018

/dpa

Berlin – Die Pflegeausbildung muss aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft an das europäische Niveau angepasst werden. Ein Mangel an Pflegekräften und eine unzureichende Qualifikation sowie wachsende Heraus­forderungen in der Pflege gefährdeten die pflegerische Versorgung langfristig, sagte die Vorsitzende der Gesellschaft, Renate Stemmer, heute in Berlin.

Aktuelle Untersuchungen zeigten, dass die Sturzrate sowie die Zahl der Krankenhaus­infektionen zunähmen. Die Patientenunzufriedenheit sowie die Qualität der Pflege litten. Die Mehrzahl der Pfleger könnten ihrer Aufgabe nicht mehr in der Art und Weise nachkommen, wie sie es wollten. Vor allem für die emotionale Begleitung und die Beratung von Patienten und Angehörigen fehle die Zeit, sagte Stemmer.

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Die Pflegeausbildung sowie die Arbeitsbedingungen, etwa die Bezahlung, Weiter­bildung und die Work-Life-Balance, müssten deutlich attraktiver werden. Hierfür müssten alle Pflegekräfte – auch die akademisch ausgebildeten – besser und passender eingebunden werden als bislang. So könnten langfristig etwa Master­absolventen mehr Verantwortung im Krankenhaus oder auch im hausärztlichen Bereich übernehmen. Auch bei der Pflegeentwicklung, etwa bei Personalplanung und Ausstattung, könnten akademisch ausgebildete Kräfte stärker eingebunden werden.

Die 8.000 neuen Altenpflegekräfte, die die Bundesregierung vorsehe, sind aus Sicht der Pflegeexperten ein Tropfen auf den heißen Stein. Zunächst müsse der wirkliche Bedarf empirisch erhoben werden. Es reiche nicht, nur den Mangel zu verwalten. In anderen Ländern, etwa England, der Schweiz oder den Niederlanden, kämen auf 100 Patienten in einer Klinik mehr als doppelt so viele Pflegekräfte.

Morgen findet in Berlin der erste internationale Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft statt. Die wissenschaftliche Fachgesellschaft hat das Ziel, Pflegewissenschaften zu fördern und weiterzuentwickeln. © kna/aerzteblatt.de

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