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Politik

Patienten mit Multipler Sklerose können von neuem Medikament profitieren

Donnerstag, 3. Mai 2018

/ralwel, stock.adobe.com

Köln/Berlin – Verschiedene Patientengruppen mit Multipler Sklerose (MS) können von einer Behandlung mit dem neuen monoklonalen Antikörper Ocrelizumab profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer Dossierbewertung.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hatte die neue Therapieoption auf der Basis veröffentlichter Studienergebnisse begrüßt. Ocrelizumab zerstöre B-Zellen, die eine Schlüsselrolle bei der Entstehung typischer MS-Herde im zentralen Nervensystem spielen. Das Arzneimittel (Handelsname Ocrevus) ist seit Februar 2018 für Erwachsene mit MS zugelassen.

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Bewertung für Patienten mit schubförmiger MS

Das IQWiG differenziert seine Auswertung nach mehreren Patientengruppen. Für Erwachsene mit schubförmig-remittierender MS (Relapsing-Remitting MS, RMS) sehen die Wissenschaftler für Patienten unter 40 Jahre Belege für einen beträchtlichen Zusatznutzen. Für RMS-Patienten ab 40 Jahre gebe es Belege für einen geringen Zusatznutzen. Diese Bewertung gilt für Patienten, die bislang noch keine krankheitsmodifizierende Therapie erhalten haben oder mit krankheitsmodifizierender Therapie vorbehandelte Patienten, deren Erkrankung nicht hochaktiv ist.

Die RMS verläuft schubweise mit akuten Krankheitsphasen und beschwerdefreien Intervallen. „Remittierend“ bedeutet, dass sich die Beschwerden nach einem Schub vollständig oder zumindest teilweise wieder zurückbilden. „Hochaktiv“ heißt in diesem Zusammenhang, dass viele Schübe in kurzer Zeit auftreten.

Für Erwachsene, deren schubförmige MS trotz Behandlung mit einer krankheits- modifizierenden Therapie hochaktiv ist, die also viele Schübe erleiden, sehen die IQWiG-Wissenschaftler durchgehend Hinweise auf einen beträchtlichen Zusatznutzen. 

Patienten mit früher primär progredienter MS (PPMS)

Bei der primär fortschreitenden MS (Primary Progressive MS, PPMS) werden die Beschwerden ständig stärker, in der Regel ohne abgrenzbare Schübe. Die Therapieoptionen bei dieser selteneren MS-Form sind begrenzt. Das IQWiG verglich die Wirkung von Ocrelizumab daher mit einer „best supportive care“ als zweckmäßiger Vergleichstherapie. Auf Basis der Studienlage sehen die Wissenschaftler des Instituts allerdings keinen Hinweis auf einen Zusatznutzen.

© hil/aerzteblatt.de

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