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Medizin

Verfahren weist Lungentuberkulose in drei Tagen nach

Freitag, 4. Mai 2018

Mycobacterium tuberculosis (orange) in einem Sputum-Abstrich /dpa

Borstel – Ein neues und schnelles Verfahren für die Diagnose der Lungentuberkulose (LungenTB) haben Wissenschaftler am Forschungszentrum Borstel entwickelt. Sie hoffen, dass die schnellere Diagnostik auch die TB-Behandlung verbessern kann. Die Arbeit ist im European Respiratory Journal erschienen (2018; doi: 10.1183/13993003.02189-2017). 

„Der Goldstandard zur Bestätigung einer Lungentuberkulose besteht in der Anzucht von Tuberkulosebakterien auf geeigneten Kulturmedien. Dieser Nachweis kann bis zu acht Wochen dauern“, berichten die Wissenschaftler um Erstautorin Claudia Jafari vom Forschungszentrum Borstel. Dieses ist ein Leibniz-Lungenzentrum und Mitglieds­einrichtung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF).

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Ein automatisiertes Verfahren zum Nachweis der Erbsubstanz von Tuberkulose­bakterien biete allerdings auch jetzt schon die Möglichkeit, die Erkrankung frühzeitig zu bestätigen. Mit diesem Verfahren kann der Nachweis der Erbsubstanz von Tuberkulosebakterien innerhalb von zwei Stunden aus dem Sputum gelingen. „Die Zuverlässigkeit der Methode ist allerdings davon abhängig, wie viel Bakterien im Sputum vorhanden sind“, so die Forscher. 

Die neue von ihnen vorgestellte Methode kann eine aktive LungenTB auch dann nachweisen, wenn nicht genügend Erbsubstanz der Tuberkulosebakterien in einer Sputumprobe vorhanden ist. Dieses geschieht durch den Nachweis von besonderen Immunzellen, die auf die Abwehr von Tuberkulosebakterien spezialisiert sind. Diese Immunzellen sind direkt in den Atemwegen zu finden und können während einer Lungenspiegelung gewonnen werden. „Durch die Kombination beider Verfahren können mehr als 98 % aller Patienten mit einer LungenTB innerhalb von drei Tagen identifiziert werden“, erläuterte Barbara Kalsdorf, Oberärztin der Klinik und Leiterin der Studie.

Aktuell wird die Methode in Borstel regelmäßig praktiziert. Sie setzt voraus, dass eine Lungenspiegelung durchgeführt und tuberkulosespezifische Immunzellen charak­terisiert werden können. „Für eine Routineanwendung in Ländern, in denen TB häufig vorkommt, muss das Verfahren daher noch weiterentwickelt werden“, so die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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