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Medizin

Ernährung der Eltern vor der Empfängnis beeinflusst Entwicklung des Kindes

Montag, 7. Mai 2018

/william87, stockadobecom

London – Die Ernährung und Gesundheit der Eltern vor der Empfängnis kann tiefgreifende Auswirkungen auf das Wachstum, die Entwicklung und die langfristige Gesundheit ihrer Kinder haben. Das berichten die Autoren einer Serie von drei Artikeln, die in der Fachzeitschrift Lancet erschienen sind.

Die Autoren fordern eine bessere Beratung und Unterstützung für Personen, die eine Schwangerschaft planen, sowie verstärkte Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, um Fettleibigkeit zu reduzieren und die Ernährung zu verbessern. 

„Die Zeit vor der Empfängnis ist eine kritische Zeit, in der die elterliche Gesundheit – einschließlich Gewicht, Stoffwechsel und Ernährung – das Risiko zukünftiger chronischer Krankheiten bei Kindern beeinflussen kann, und wir müssen jetzt die öffentliche Gesundheitspolitik überprüfen, um dieses Risiko zu verringern“, erläuterte die Hauptautorin der Serie, Judith Stephenson vom Institute for Women’s Health, University College London. Es sei entscheidend, das Bewusstsein für die Gesundheit vor der Empfängnis zu schärfen, betont sie.

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Zunächst definieren die Autoren der Serie die Vorkonzeptionsphase auf dreierlei Weise: biologisch als die Tage bis Wochen vor und nach der Befruchtung, individuell als die Wochen oder Monate, in denen eine Frau oder ein Paar beschließt, ein Kind zu bekommen, und auf der Ebene der öffentlichen Gesundheit als die Monate oder Jahre, die erforderlich sind, um Vorkonzeptionsrisikofaktoren wie Ernährung und Fettleibig­keit vor der Schwangerschaft anzugehen.

Bedeutsame Risikofaktoren sind laut den Autoren unter anderem Rauchen, hoher Alkohol- und Koffeinkonsum sowie Übergewicht oder Unterernährung. Insbesondere werde davon ausgegangen, dass die mütterliche Adipositas, die auch mit schlechteren Geburtsergebnissen verbunden sei, das Niveau der Entzündungen, Hormone und Metaboliten erhöhe, was die Entwicklung der Eizelle und des Embryos direkt verändere.

Die männliche Adipositas sei ebenfalls wichtig und werde mit schlechter Spermien­qualität, -quantität und -motilität in Verbindung gebracht, was das Risiko einer chronischen Erkrankung im späteren Leben erhöhen könnte. Es sei jedoch ungewiss, ob väterliche Ernährung und Adipositas einen ebenso starken Einfluss hätten wie die Gesundheit der Mütter. 

„Ein besseres Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen – einschließlich epigenetischer, zellulärer, metabolischer oder physiologischer Effekte – und der Expositionen, die sie antreiben, wird wichtig sein und dazu beitragen, in Zukunft Empfehlungen für die Gesundheit vor der Empfängnis zu definieren“, schreibt Keith Godfrey vom Southampton Biomedical Research Centre und der University of Southampton in der Serie.

In einer neuen Analyse berechnen die Autoren den Anteil der Frauen zwischen 18 und 42 Jahren im Vereinigten Königreich, die ernährungsphysiologisch auf eine Schwanger­schaft vorbereitet seien. Sie kommen unter anderem zu dem Ergebnis, dass fast alle Frauen im reproduktiven Alter (96 Prozent) weniger Eisen- und Folat aufnehmen, als für eine Schwangerschaft empfohlen. © hil/aerzteblatt.de

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