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Hochschulen

Europäische Millionenförderung für Immunforschung in Frankfurt

Freitag, 4. Mai 2018

Frankfurt am Main – Die komplexen Mechanismen des Immunsystems innerhalb menschlicher Abwehrzellen untersucht eine Arbeitsgruppe um den Biochemiker Robert Tampé von der Goethe-Universität Frankfurt. Der Europäischen Forschungsrat unterstützt das Vorhaben jetzt mit einem ERC-Advanced Investigator Grant mit 2,5 Millionen Euro.

Normalerweise werden Viren, die Zellen eingedrungen sind, von Proteasen zerlegt und zur Zelloberfläche transportiert, wo sie den T-Zellen des Immunsystems präsentiert werden. Herpes- und Pocken-Viren haben aber ausgefeilte Strategien entwickelt, bestimmte Pfade der Immunabwehr gezielt anzugreifen: Die Viren schaffen es, sich in der Zelle zu verstecken, weil sie das Transportmolekül angreifen, das sie an die Oberfläche befördern soll.

Bekannt ist laut der Arbeitsgruppe, dass die Zelle Peptide mit Hilfe eines großen Molekülkomplexes und vieler Hilfsmolekülen für ihre Reise an die Zelloberfläche verarbeitet. Dieser Peptid-Lade-Komplex befindet sich im endoplasmatischen Retikulum. In dem stark gefalteten von Membran umschlossenen Hohlräumen werden Proteine hergestellt, gefaltet, kontrolliert und für ihre Reise an die Zelloberfläche vorbereitet.

„Mein Ziel ist es, den Mechanismus der Antigen-Prozessierung im Detail zu untersuchen“, erläuterte Tampé vom Institut für Biochemie der Goethe-Universität. Die Forscher erwarten nach eigenen Angaben „einen der dornenreichsten Pfade der Lebenswissenschaften, weil wir es mit großen, unterschiedlich gebauten Molekülen zu tun haben, die außerdem noch relativ selten in interzellulären Membranen vorkommen“.

Da es der Arbeitsgruppe in den vergangenen Jahren jedoch gelungen ist, einige wichtige Strukturen des Peptid-Lade-Komplexes und deren Funktion aufzuklären, wollen sie diese Herausforderung annehmen. „Wir erwarten, dass unsere Arbeit einen erheblichen Einfluss auf viele Gebiete der Lebenswissenschaften, insbesondere in Bereich der Krebsforschung sowie Infektions- und Autoimmunkrankheiten haben wird“, so Tampé.

© hil/aerzteblatt.de

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