NewsÄrzteschaftLaborärzte und Mikrobiologen fordern Nachbesserungen bei der Laborreform
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Laborärzte und Mikrobiologen fordern Nachbesserungen bei der Laborreform

Freitag, 4. Mai 2018

Berlin – Fachärzte für Laboratoriumsmedizin und für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie haben die Anfang April in Kraft getretene Laborreform scharf kritisiert. Die dadurch entstandene Kürzung des fachärztlichen Honorars sei willkürlich und gefährde die flächendeckende Versorgung mit Labormedizin und Mikrobiologie.

In einer jetzt verabschiedeten Resolution fordern die Laborärzte und Mikrobiologen deshalb, die Abwertung der Laborgrundpauschale aufzuheben, um den ärztlichen Leistungsanteil im Verhältnis zu den übrigen ärztlichen Leistungen im Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM) wieder annähernd angemessen zu vergüten.

„Mit großer Enttäuschung und Unverständnis nehmen wir zur Kenntnis, dass mit Inkrafttreten der Laborreform zum 1. April 2018 nicht nur einschneidende Änderungen in der Honorarverteilung vorgenommen werden“, sagte Michael Müller, Vorsitzender des Berufsverbandes „Akkreditierte Labore in der Medizin“ (ALM).

Anzeige

Vor allem die Tatsache, dass das Honorar für die vertragsärztliche Arbeit als Fachärzte mit einem Federstrich um bis zu 38 Prozent und mehr gekürzt wird, sei schlichtweg nicht hinnehmbar, so Müller. „Es gibt weder einen sachlichen noch einen anderen Grund, eine einzelne und noch dazu sehr kleine Arztgruppe so massiv in ihrem ärztlichen Honorar zu beschneiden“, sagte er.

Die Auswirkungen der Absenkung sind nach Berechnungen des Berufsverbandes drastisch: Um mindestens 33 Prozent würde das Honorar gekürzt. Diese erhebliche Abwertung der Vergütung der fachärztlichen Arbeit im Labor führe nicht nur zu einer systematischen Schlechterstellung der Laborärzte und Mikrobiologen im Vergleich zu anderen Ärzten bei der Honorierung der ärztlichen Leistung.

Mit der zusätzlichen Anwendung der Mindestquote von 89 Prozent oder anderer Abstaffelungsregeln auf die fachärztliche Grundpauschale werde man auf nicht akzeptable Weise sogar doppelt pauschaliert – und das vom ersten Behandlungsfall an. Müller: „Das ist nicht nur eine Geringschätzung der fachärztlichen Tätigkeit im Labor, sondern ein verheerendes Signal an den laborärztlichen Nachwuchs.“

Ziel der Laborreform ist es, die überproportional wachsenden Ausgaben im Labor in den Griff zu bekommen. Nach Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) steigen diese jedes Jahr um rund fünf Prozent und damit deutlich stärker als die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung. Mit der Reform sollen stärkere Anreize für eine wirtschaftliche Veranlassung und Abrechnung von Laboruntersuchungen gesetzt werden. Dazu wurde unter anderem eine neue Systematik zur Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus eingeführt. © hil/sb/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. September 2018
Hannover – An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat das neue Zentrallabor, das mehr als 3.000 Proben täglich analysieren kann, seine Arbeit aufgenommen. „Das neue Diagnostiklabor ist ein
Zentrallabor der Medizinischen Hochschule Hannover nimmt Arbeit auf
9. August 2018
Kassel – Ärzte dürfen Laborleistungen, die nicht in der eigenen Praxis stattgefunden haben, nicht als eigene Leistungen bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) abrechnen. Das hat das
Bundessozialgericht: Arzt darf Laborleistungen in ausgelagerten Praxisräumen nicht abrechnen
25. Juli 2018
Berlin – Am 31. Juli wird ein neues Labor der höchsten Sicherheitsstufe am Robert-Koch-Institut (RKI) in Betrieb gehen. Damit ist das RKI das einzige Bundesinstitut im humanmedizinischen Bereich mit
Hochsicherheitslabor in Berlin-Wedding nimmt in Kürze den Betrieb auf
13. Juni 2018
Berlin – Die digitale Kommunikation zwischen Praxis und Labor über das sogenannte Labor Order Entry Modul (LOEM) bewährt sich. Das berichtet die KV Telematik GmbH – eine Tochter der Kassenärztlichen
Digitale Kommunikation zwischen Praxis und Labor bewährt sich
24. April 2018
Berlin – Der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) hat eine grundlegende Korrektur der Laborreform gefordert, auf die sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband geeinigt
Laborärzte wollen grundlegende Korrektur der Laborreform
26. März 2018
Mainz – Die Bestimmung der Leberwerte gehört zu den häufigsten Laboruntersuchungen in der hausärztlichen Praxis. Dennoch werden in Deutschland viele Lebererkrankungen erst spät erkannt. Eine Umfrage
Hepatologie: Früherkennung von Lebererkrankungen fällt vielen Hausärzten schwer
16. März 2018
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat eine Praxisinformation zum Wirtschaftlichkeitsbonus bei Laborleistungen veröffentlicht. Der Flyer erklärt die neue Systematik und zeigt anhand
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER