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Ärzteschaft

Arztnetze hoffen auf politische Unterstützung in dieser Legislaturperiode

Freitag, 4. Mai 2018

/dpa

Berlin – Der Vorstandsvorsitzende der Agentur deutscher Arztnetze (AdA), Veit Wambach, geht davon aus, dass die Gesundheitspolitik in dieser Legislaturperiode Forderungen der Arztnetze gesetzlich umsetzen wird. „In dem Gespräch, das wir vor kurzem mit Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn geführt haben, ist deutlich geworden, dass die Arztnetze von der Politik wahrgenommen werden und dass ihre Forderungen auch in dieser Legislaturperiode berücksichtigt werden sollen“, sagte Wambach auf einer Netzkonferenz der AdA und der Kassenärztlichen Bundes­vereinigung heute in Berlin.

Die Arztnetze wünschen sich seit Langem, selbst Ärzte anstellen zu dürfen, so wie es zum Beispiel Medizinische Versorgungszentren (MVZ) oder Kommunen dürfen. „Wir haben lange versucht, dass Arztnetze in den Paragrafen 95 aufgenommen werden“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der ADA, Carsten Jäger. Im Paragraf 95 Sozialgesetzbuch (SGB) V ist definiert, wer MVZ gründen darf. Kommunen dürfen demnach MVZ gründen, Arztnetze jedoch nicht. „Unser Argument ist dabei: Die Kommunen dürfen MVZ betreiben, aber sie haben gar nicht die Sachkenntnis, das zu managen“, sagte Jäger. „Arztnetze haben diese Sachkenntnis, aber sie dürfen keine MVZ gründen.“

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Arztnetze wollen mit KVen kooperieren

Jetzt erachte es die AdA jedoch als sinnvoller, in den Paragrafen 105 SGB V aufgenommen zu werden. Darin heißt es: „Kommunen können mit Zustimmung der Kassenärztlichen Vereinigung in begründeten Ausnahmefällen eigene Einrichtungen zur unmittelbaren medizinischen Versorgung der Versicherten betreiben. Ein begrün­deter Ausnahmefall kann insbesondere dann vorliegen, wenn eine Versorgung auf andere Weise nicht sichergestellt werden kann.“ Der Vorteil an einer solchen Regelung sei, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) zustimmen müssten, so Jäger.

Denn Wambach und Jäger stellten klar, dass die Arztnetze nur in Kooperation mit den KVen Ärzte anstellen wollten. „Es entspricht unserer Grundphilosophie, lokale Versorgung vor dem Hintergrund des Kollektivvertrags betreiben zu wollen“, sagte Wambach. „Wir wollen gemeinsam mit der KV Lösungen für die Zukunft finden.“ Das Ziel der AdA sei es, einen speziellen Versorgungsauftrag von den KVen zu erhalten, damit sie sich insbesondere in strukturschwachen Regionen um die Versorgung kümmern könnten. „Dies wollen wir nicht im Rahmen von Selektivverträgen mit einzelnen Krankenkassen tun, sondern im Rahmen des Kollektivvertrags“, sagte Wambach.

Er betonte, dass es den Arztnetzen nicht darum gehe, Arztsitze haben und behalten zu wollen. „Wir wollen Ärzte anstellen können, damit sie die Arbeit in der ambulanten Versorgung zunächst in einer Anstellung erleben können“, so Wambach. Wenn sich ein solcher Arzt nach einigen Jahren zutraue, sich niederzulassen, könne er den Arztsitz vom Arztnetz erhalten. © fos/aerzteblatt.de

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