NewsÄrzteschaftKritik an fehlendem Mindestlohn in der Psychotherapeuten­ausbildung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Kritik an fehlendem Mindestlohn in der Psychotherapeuten­ausbildung

Dienstag, 8. Mai 2018

Nürnberg – Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) erhalten während ihrer eineinhalbjährigen Praxisphase weiterhin keine oder keine angemessene Vergütung. Das haben die Delegierten des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) in Nürnberg kritisiert.

„Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Deutschland haben mit einem großen Missstand zu kämpfen: Am Ende ihres Studiums sind sie gut ausgebildet – werden aber sehr schlecht bezahlt“, sagte BDP-Präsident Michael Krämer. Während ihrer eineinhalbjährigen Praxisphase erhielten PiA oft nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn oder würden überhaupt nicht bezahlt. Krämer beklagte, dass eine Novellierung des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) und die Verbesserung der Situation für die PiA weiter auf sich warten ließen.

Anzeige

„Die Novellierung des Psychotherapeutengesetzes muss vor allem die Bezahlung nach dem Studium klar regeln. Darum haben die Psychologiestudierenden in Deutschland erneut zum bundesweiten Protest aufgerufen, um den PiA endlich Gehör zu verschaffen“, sagte Andreas Wimmer, Vorsitzender der Studierenden im BDP. Die Bundesregierung müsse den Novellierungsprozess zu einem guten Ende bringen und die Vergütung der PiA kurz- und langfristig sichern.

„Während sie eigentlich ihre ganze Energie in die qualifizierte Behandlung einbringen möchten, müssen sich viele PiA über Nebenjobs finanzieren. Das ist für uns kein Zustand“, sagte auch Helga Füßmann, Vorsitzende des Verbandes Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im BDP (VPP). Sie sieht es als besonders kritisch an, dass die PiA während ihrer praktischen Tätigkeit in Kliniken häufig keine Arbeitsverträge haben, dennoch aber faktisch eigenverantwortlich mit oft zu wenig fachkundiger Anleitung und Aufsicht Patienten behandeln müssten. © may/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. Februar 2019
Nürnberg – Für psychisch Kranke sollen bis 2021 bayernweit Krisendienste rund um die Uhr eingerichtet werden. Die Bezirke im Freistaat arbeiten an einer entsprechenden Umsetzung des
Krisendienste für psychisch Kranke sollen bis 2021 bayernweit kommen
7. Februar 2019
Berlin/Münster – Der vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vorgelegte Referentenentwurf für eine Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung stößt bei Ärztevertretern weiterhin auf wenig Zustimmung.
Geplante Neuausrichtung der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung stößt weiter auf Ablehnung
30. Januar 2019
Berlin – Der Referentenentwurf für eine Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung aus dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) ist aktuell Anlass für eine Reihe von Stellungnahmen von Heilberufekammern und
Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung: Weiter Debatte um Referentenentwurf
25. Januar 2019
Berlin – Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp), die Deutsche Psychotherapeuten-Vereinigung (DPtV) und die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten (VAKJP)
Psychotherapeuten erwarten Änderungen im Text des Terminservicegesetzes
21. Januar 2019
Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat sich erneut mit Nachdruck gegen den Referentenentwurf für eine Ausbildungsreform der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und
Bundesärztekammer übt Kritik an Reformplänen für Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung
18. Januar 2019
Berlin – Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Bundes­psycho­therapeuten­kammer sollen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) gemeinsam einen Vorschlag vorlegen, wie schwer psychisch kranke
Spahn bittet um Vorschläge für schnelleren Zugang zur Psychotherapie
16. Januar 2019
Berlin – 53 Verbände, Institutionen und Einzelsachverständige haben schriftlich zum Kabinettsentwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) Stellung genommen. Zahlreiche Vertreter wurden
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER