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Ärzteschaft

Kritik an fehlendem Mindestlohn in der Psychotherapeuten­ausbildung

Dienstag, 8. Mai 2018

Nürnberg – Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) erhalten während ihrer eineinhalbjährigen Praxisphase weiterhin keine oder keine angemessene Vergütung. Das haben die Delegierten des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) in Nürnberg kritisiert.

„Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Deutschland haben mit einem großen Missstand zu kämpfen: Am Ende ihres Studiums sind sie gut ausgebildet – werden aber sehr schlecht bezahlt“, sagte BDP-Präsident Michael Krämer. Während ihrer eineinhalbjährigen Praxisphase erhielten PiA oft nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn oder würden überhaupt nicht bezahlt. Krämer beklagte, dass eine Novellierung des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) und die Verbesserung der Situation für die PiA weiter auf sich warten ließen.

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„Die Novellierung des Psychotherapeutengesetzes muss vor allem die Bezahlung nach dem Studium klar regeln. Darum haben die Psychologiestudierenden in Deutschland erneut zum bundesweiten Protest aufgerufen, um den PiA endlich Gehör zu verschaffen“, sagte Andreas Wimmer, Vorsitzender der Studierenden im BDP. Die Bundesregierung müsse den Novellierungsprozess zu einem guten Ende bringen und die Vergütung der PiA kurz- und langfristig sichern.

„Während sie eigentlich ihre ganze Energie in die qualifizierte Behandlung einbringen möchten, müssen sich viele PiA über Nebenjobs finanzieren. Das ist für uns kein Zustand“, sagte auch Helga Füßmann, Vorsitzende des Verbandes Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im BDP (VPP). Sie sieht es als besonders kritisch an, dass die PiA während ihrer praktischen Tätigkeit in Kliniken häufig keine Arbeitsverträge haben, dennoch aber faktisch eigenverantwortlich mit oft zu wenig fachkundiger Anleitung und Aufsicht Patienten behandeln müssten. © may/EB/aerzteblatt.de

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