NewsHochschulenUniversitätsklinik Bonn will Versorgungslücke bei visueller Rehabilitation schließen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Universitätsklinik Bonn will Versorgungslücke bei visueller Rehabilitation schließen

Dienstag, 8. Mai 2018

Bonn – Mit einem neuen ambulanten Beratungs- und Trainingsangebot zur visuellen Rehabilitation will die Universitätsklinik Bonn eine Versorgungslücke in der Region schließen. „Anders als bei einer stationären Rehabilitation gibt es im ambulanten Bereich deutschlandweit bisher nur wenige Trainingsmöglichkeiten“, erläuterte Bianka Kobialka, leitende Lehrorthoptistin an der Bonner Universitäts-Augenklinik und Spezialistin für Neuroorthoptik und visueller Rehabilitation.

Das Gesichtsfeld – also der für die unbewegten Augen sichtbare Bereich – kann unter anderem nach einem Schlaganfall oder fortgeschrittenem grünen Star gestört sein. Betroffene klagen meist über Orientierungsprobleme. Sie übersehen vieles und stolpern. Auch können sie nicht mehr sicher und zügig lesen. 

Nach einer gezielten Diagnostik und einem darauf basierenden individuellen Trainingsplan lernen Patienten mit Gesichtsfeldausfall beispielsweise mit dem kompensatorischen Sakkadentraining ihr verbliebenes Blickfeld effektiver zu nutzen. „Dieses computerbasierte Sehtraining hilft ihnen, sich wieder besser in ihrer Umwelt zu orientieren und möglichst rechtzeitig Objekte zu erkennen“, so Kobialka.

Andere Übungen zielten beispielsweise darauf ab, das Lesevermögen zu verbessern. Aber auch arbeitsrechtliche Informationen über Kündigungsschutz und Recht auf Teilzeitarbeit gehören zum Programm des ambulanten Trainings.

„Mit unserem neuen ambulanten Beratungs- und Trainingsangebot erlernen Betroffene nicht nur Kompensationsmechanismen, die ihnen helfen mit ihrer Einschränkung im Alltag umzugehen, sondern auch ihre nicht mehr zu bessernde Sehfähigkeit zu akzeptieren“, betonte Kobialka. Ziel sei, den Patienten das Bewusstsein für das Ausmaß ihrer Einschränkung zu schärfen und ihnen unterstützende Möglichkeiten anzubieten. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

21. August 2018
Philadelphia – US-Forscher haben eine Gentherapie entwickelt, die auf alle Formen der autosomal dominanten Retinitis pigmentosa anwendbar wäre. Die in den Proceedings of the National Academy of
Gentherapie könnte autosomal dominante Retinitis pigmentosa lindern
21. August 2018
Berlin – In Deutschland leben etwa 1,7 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Auch sie können von einer medizinische Rehabilitation profitieren. Darauf hat jetzt die Deutsche
Demenzpatienten können von medizinischer Reha profitieren
17. August 2018
Halle – Auf der Onlineplattform „EDgar“ stellt die Universitätsmedizin Halle-Wittenberg jetzt didaktisch aufbereitetes Material bereit, das eine multiprofessionelle, praxisnahe und interdisziplinäre
Universitätsmedizin Halle stellt Lehrmaterial zu Rehabilitation bereit
16. August 2018
New York – US-Forscher ist es bei blind geborenen Mäusen gelungen, Stammzellen der Retina in Stäbchenzellen zu verwandeln, die in das neuronale Netzwerk integriert wurden und Signale an das Gehirn der
Erblindung: Doppelte Gentherapie erzeugt Stäbchenzellen in der Netzhaut
13. August 2018
Boston – US-Forscher haben Hinweise für eine Beteiligung des Immunsystems am Glaukom gefunden. Nach ihren in Nature Communications (2018; 9: 3209) vorgestellten tierexperimentellen Befunden ist der
Ist das Glaukom eine Autoimmunerkrankung?
13. August 2018
Berlin – Das neue Bundesteilhabegesetzes (BTHG) soll Menschen mit Einschränkungen und Behinderungen mehr Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Das Anfang des Jahres in
Neue Richtlinie zur Rehabilitationsberatung
9. August 2018
Stuttgart – Augenbeschwerden in der Schwangerschaft können Zeichen für einen Schwangerschaftsdiabetes oder eine Präeklampsie sein. Darauf hat die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER