NewsMedizin„Uveal Effusion“-Syndrom: Sehstörung durch Checkpoint-In­hibitoren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

„Uveal Effusion“-Syndrom: Sehstörung durch Checkpoint-In­hibitoren

Dienstag, 8. Mai 2018

/luckybusiness, stockadobecom

Ann Arbor – Unter der Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren kann es, wenn auch vermutlich selten, zu Sehstörungen kommen. Zu den schweren Komplikationen, die einen Abbruch der Behandlung erzwingen können, gehört laut einer Publikation in JAMA Ophthalmology (2018; doi: 10.1001/jamaophthalmol.2018.0920) das „Uveal Effusion“-Syndrom.

Zu der Uvea, der mittleren Augenhaut, gehört neben der Iris und dem Ziliarkörper auch die Aderhaut (Chorioidea), deren Aufgabe die Blutversorgung des Auges ist. Über die Blutgefäße gelangen auch Immunzellen in das Auge, weshalb die Uvea ein Zielorgan für Autoimmunerkrankungen wie Morbus Bechterew oder Morbus Behçet ist.

Anzeige

Autoimmune Reaktionen gehören auch zu den Nebenwirkungen der Checkpoint-Inhibitoren, die durch die Blockade von PD-1 (Nivolumab, Pembrolizumab) oder Anti-PD-L1 (Atezolizumab) die Immunabwehr auf Tumore verstärken können. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass zu den Nebenwirkungen der Checkpoint-Inhibitoren auch eine Uveitis gehört.

Ein Team um Hakan Demirci vom Kellogg Eye Center in Ann Arbor beschreibt jetzt erstmals 3 Patienten, bei denen es nach der Therapie mit den 3 genannten Checkpoint-Inhibitoren zu schweren Komplikationen am Auge gekommen ist. Die Augenärzte diagnostizierten ein „Uveal Effusion“-Syndrom, das durch die seröse Abhebung der Aderhaut oder auch des Ziliarkörpers gekennzeichnet ist.

Die Folge ist eine akute Verschlechterung der Sehleistung, für die es laut Demirci derzeit nur eine Option gibt: den Abbruch der Behandlung. Diese (wegen des Risikos eines erneuten Krebswachstums) schwierige Entscheidung wurde bei 2 Patienten getroffen. Beide erholten sich innerhalb von 6 bis 12 Wochen vom „Uveal Effusion“-Syndrom. Der 3. Patient entschied sich für die Fortsetzung der Therapie. Zu diesem Zeitpunkt war es allerdings bereits zu einem Rezidiv gekommen, an dem der Patient kurze Zeit später starb.

Noch ist unklar, ob es sich nur um Einzelfälle handelt oder ob ein „Uveal Effusion“-Syndrom zu den Komplikationen der Behandlung gehört, mit der bei einem gewissen Prozentsatz der Patienten zu rechnen ist. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

23. Mai 2019
Berlin – Durch die Verordnung von Fluorchinolon-Antibiotika waren nach Hochrechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) 2018 im Vergleich zu anderen Antibiotika mehr als 40.000 Patienten
Hochrechnung: Fluorchinolone verursachen mehr Nebenwirkungen und mehr Todesfälle
23. Mai 2019
Paderborn – Ein Mann hat nach Einnahme eines Haarwuchsmedikaments von einem Pharmahersteller 100.000 Euro Schmerzensgeld verlangt. Sein Prozess begann gestern vor dem Landgericht Paderborn. In der
Prozess um Haarwuchsmittel
21. Mai 2019
München – Viele altersbedingte Augenerkrankungen lassen sich gut behandeln. Häufig machen sie sich aber erst in einem späten Stadium bemerkbar, wenn ein Großteil der Sehkraft bereits verloren ist.
Transportprobleme halten alte Menschen vom Augenarztbesuch ab
20. Mai 2019
London – Der Januskinase-Inhibitor Tofacitinib, der zur Behandlung der rheumatoiden und der psoriatischen Arthritis und bei schweren Verläufen auch bei der Colitis ulcerosa zugelassen ist, hat in
EMA: Einschränkung für Tofacitinib wegen Lungenembolie-Risiko
10. Mai 2019
Bonn – Das Psychostimulans Modafinil, das seit 1998 zur Behandlung von Erwachsenen mit exzessiver Schläfrigkeit bei Narkolepsie mit oder ohne Kataplexie zugelassen ist, steht im Verdacht,
Rote-Hand-Brief: Modafinil möglicherweise teratogen
9. Mai 2019
Basel – Der Pharmakonzern Novartis stärkt seine Augenheilkundesparte mit einer Milliardenübernahme. Das Unternehmen werde das Augenarzneimittel Xiidra vom japanischen Konkurrenten Takeda für 3,4
Novartis übernimmt Augenarzneimittel von Takeda
3. Mai 2019
Boston – Erwachsene Menschen mit einem erhöhten Cholesterinwert erkrankten in 3 prospektiven Beobachtungsstudien häufiger an einem primär chronischen Offenwinkelglaukom als Menschen mit normalen
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER