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Medizin

Familienstand, BMI und Schlafdefizit könnten das Demenzrisiko beeinflussen

Donnerstag, 10. Mai 2018

/Gabriele Rohde, stock.adobe.com

Berlin – Nicht nur das Alter erhöht das Risiko einer Demenzdiagnose. Auch der Familienstand von „Witwen“, ein niedrigerer Body Mass Index und wenig Schlaf im mittleren Alter sorgten für eine erhöhte Demenzrate. Das berichten Forscher der Boston University School of Medicine im Journal of Alzheimer's Disease (2018; doi: 10.3233/JAD-170917).

Sie haben Lifestyle-Daten von mehr als 2.400 40- bis 65-Jährigen analysiert. Die Daten stammen aus der Framingham Heart Study (FHS) von 1979 bis 1983. Im Beobachtungs­zeitraum von mehr als 30 Jahren erhielten 96 Männer und 131 Frauen die Diagnose Demenz.

Im Alter von 60 bis 65 war das Risiko einer Demenzdiagnose fast 10-fach höher als bei den 40 bis 49-Jährigen (Odd Ratio: 9,82; CI: 6,25–15,42). Im Vergleich zu verheirateten Menschen hatten Verwitwete ein fast doppelt so hohes Risiko (OR: 1,87; CI: 0,94–3,74). Getrennt oder in Scheidung lebende Frauen und Männer waren hingegen laut der FHS-Daten im Vorteil gegenüber Verheirateten Paaren (OR: 0,22 bzw. 0,47). Ein BMI unter 18,5 kg/m2 verdoppelte das Risiko einer Demenz im Vergleich zu einem BMI zwischen 18,5 und 25. Wer weniger als 7 Stunden pro Tag geschlafen hat, hatte ein leicht erhöhtes Demenzrisiko (OR: 1,23; CI: 0,88–1,71).

Entgegen vieler vorheriger Studien konnten die Forscher keinen Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Demenz finden. Auch wer sich salzarm ernährte, hatte in dieser Studienpopulation keinen Vorteil. Einen kausalen Zusammenhang können die Daten aber nicht belegen.

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Gegenwärtig gibt es kein wirksames Medikament zur Behandlung von Demenz. Modifizierbare Lebensstilfaktoren bieten daher wichtige Strategien, um einer Demenz vorzubeugen. © gie/aerzteblatt.de

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